3.12.2013 09:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Bio Suisse
Knospe-PR mit Milchbeiträgen
Bio Suisse nimmt 900'000 Franken zweckgebunden fürs Milchmarketing ein. Ein Teil davon fliesst aber in die Bio-Image-Kampagne.

Heftig waren die Worte, die Maurus Gerber aus La Sagne VD, Delegierter der Schweizer Bergheimat, vor zwei Wochen an der Delegiertenversammlung (DV) der Bio Suisse wählte: «Bio Suisse verliert jegliche Glaubwürdigkeit, wenn im Budget nicht gleich hohe zweckgebundene Ausgaben wie Einnahmen stehen.»

Tatsächlich: 1'435'000 Fr. hat Bio Suisse für 2014 als zweckgebundene Einnahmen budgetiert. Auf der Ausgabenseite werden aber bloss 541'546 Fr. als zweckgebundene Mittel aufgeführt. Auch das Budget 2013 und der Abschluss 2012 wiesen hier eine Differenz von jeweils rund 900'000 Fr. auf.

Sigrist will Transparenz

Der Grund liegt in zweckgebundenen Werbe-Abgaben auf der Biomilch, welche die Schweizer Milchproduzenten (SMP) an Bio Suisse weiterleiten. Es handelt sich dabei um 0,525 Rp./kg, die allgemein verbindlich erhoben werden. Kurt Sigrist aus Stalden OW,  Delegierter der Biobauern Ob- und Nidwalden, ergriff an der DV das Wort: «Wir Milchbauern bezahlen einerseits die allgemein verbindliche Abgabe, andererseits ziehen die sechs von Bio Suisse anerkannten Produzentenorganisationen auch noch Geld fürs Marketing ein.»

Bio Suisse solle ausweisen, wie viel Geld von den SMP hineinkommt und wie es ausgegeben wird, denn: «Ich will wissen, ob es wirklich der Biomilch zugutekommt». Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli wehrte ab; das sei ein Thema für die Milchmarktrunde, keines für die DV. Claudia Lazzarini vom Vorstand der Bio Suisse erklärte, bei der Milch seien die Aktivitäten dermassen verflochten, dass eine Abgrenzung schwierig wäre. Deshalb werde im Budget und in der Rechnung darauf verzichtet. Man lege aber jährlich gegenüber den SMP Rechenschaft ab.

Auch fürs Image

Bio-Suisse-Sprecherin Sabine Lubow bestätigt, dass es rund 900'000 Fr. sind, die der Bio Suisse jährlich von den SMP zufliessen. Sie erklärt, dass Bio Suisse im Jahr rund 1,4 Mio Fr. für Marketing-Aktivitäten einsetze, die den Biomilchproduzenten zu Gute kämen. Ein Teil davon werde vom Produktmanagement zur Absatzförderung der Biomilch eingesetzt. Die restlichen Ausgaben beträfen die Image-Kampagne und Export-Aktivitäten.

Auf die Frage, was mit den 900'000 Fr. geschehe, antwortet Lubow: «Wir realisieren diverse Marketing-Aktivitäten, die den Absatz von Biomilchprodukten direkt fördern.» Als Beispiele nennt sie Degustationen und Promotionen im Detailhandel, aber auch die Knospe-Box (Knospe-Stand mit Aktivitäten in den Schweizer Grossstädten) und die Image-Kampagne. Monika Meister vom Bundesamt für Landwirtschaft stellt auf Anfrage jedoch klar: Die allgemein verbindlichen Beiträge dürfen ausschliesslich für die Absatzförderung bei Milch, Milchprodukten und Käse eingesetzt werden.

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