12.03.2016 06:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Hanni Schild
Thurgau
Kritik und dicke Luft
Die Lactofama-Beiträge sind Reizworte für die Thurgauer Milchproduzenten. Der Streit ist noch lange nicht beigelegt.

Die Regionalveranstaltungen der Thurgauer Milchproduzenten TMP haben Tradition. In diesem Jahr wurden aber auf Grund der aktuellen Geschehnisse innerhalb der TMP mehr Teilnehmer als gewohnt erwartet. Rund hundert Milchproduzenten besuchten bereits die erste Veranstaltung, drei weitere folgen in Istighofen, Wängi und Müllheim.

Die Vorzeichen seien in diesem Jahr anders, betonte Präsident Ruedi Schnyder. Leider gehe es nicht um den Milchmarkt wie bisher, sondern mehr um interne Fragen. Deshalb sei man bemüht, beides miteinander zu verbinden.

Verkaufen Milch schlecht

Rund um den Streit um die Beitragsverpflichtungen an die Lactofama AG erinnerte Schnyder zum Einstieg ins Referat von Robert Bischofberger, Präsident der Nordostmilch AG, kurz an die Gründe der Entstehung und die bisherige Geschichte der Lactofama. Für Robert Bischofsberger, Präsident Nordostmilch AG, steht fest, dass die Lactofama im ersten Jahr erfolgreich war.

Die angekaufte, überschüssige C-Milch wurde exportiert und belastete den Milchmarkt in der Schweiz nicht. In der Zwischenzeit habe sich einiges geändert. Seine Kritik an die Lactofama sei die Tatsache, dass die Entscheidungen nicht mehr selbstständig getroffen werden können. «Wir haben nicht zu viel Milch, wir verkaufen sie zu schlecht und zu wenig.»

Die weltweit wachsende Milchnachfrage müsse besser genutzt werden, und strukturelle Überschüsse sollten mit einer besseren Vermarktung und nicht mit Überschussverwertung beseitigt werden. Wer Überschussverwertung zahle, solle auch unabhängig entscheiden können. Der Sinn und Zweck dieser Organisation und der C-Milch allgemein löste grosse Diskussionen aus.

Vertrauensfrage gestellt

Als Vorbereitung zur Generalversammlung der TMP betreffend Statutenrevision hat der Vorstand Änderungen vorgenommen, die mit den anwesenden Mitgliedern diskutiert wurden. Von der sogenannten Reformer-Gruppe der TMP wurde die Forderung einer paritätischen Kommission zur Überprüfung der Organisationsform der TMP gestellt. Als Mitglieder sollen je sechs Personen aus dieser Gruppe und sechs Vorstandsmitglieder der TMP vertreten sein. Darüber wird an der GV abgestimmt. Ein neutraler Präsident würde in der Folge durch die Kommission gewählt.

Der Antrag zur Bildung dieser Kommission sei fristgerecht eingereicht worden, werfe aber Fragen auf. «Das geht so nicht, an der GV vom 12. April wird die Abberufung von Vorstandsmitgliedern beantragt. Deshalb werde ich die Vertrauensfrage stellen, was meine Person, meine Funktion und die des Vorstandes betreffen», so Schnyder. Er akzeptiere als Präsident die vorgeschlagene Liste mit Namen für die Ergänzungswahlen nicht, die keine Mitglieder und teilweise nicht einmal Milchproduzenten seien und schon gar nicht solche mit Beitragsausständen. Er lasse sich nicht von einer Minderheit unter Druck setzen.

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