4.04.2014 09:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Aargau
Landwirte beunruhigt ob Ausbaupläne
Die Rheinsalinen möchten die Salzversorgung der Saline Riburg bis Ende des Jahrhunderts sicherstellen. Deshalb soll ein neues Bohrfeld entstehen. Die betroffenen Bauern sind ob den Plänen überrascht und verunsichert.

Es ist einer der wenigen Bodenschätze, welche die Schweiz im genügenden Mass besitzt – das Salz. Die Rheinsalinen bauen seit 1837 in der Region Salz ab. Um die Versorgung der Saline Riburg bis zum Ende des Jahrhunderts sicherzustellen, will das Unternehmen auf dem Möhliner Feld ein neues Bohrfeld erschliessen. Gemäss Geschäftsführer Urs Hofmeier planen die Rheinsalinen Investitionen von 40 bis 50 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat hat im Dezember einen Kredit von 12,7 Mio. Fr. bewilligt.

Infoanlass aus „heiterem Himmel“

Doch die Bauern, welche auf dem Möhliner Feld Land gepachtet haben, wussten offenbar nichts von den Plänen, wie die „Aargauer Zeitung“ vergangenen Samstag berichtete. Aus „heiterem Himmel“ wurden die Bauern zu einem Infoanlass eingeladen. Dabei seien ihnen Verträge in die Hand gedrückt worden, die sie an Ort und Stelle hätten unterschreiben sollen.

Die verunsicherten Bauern wandten sich in der Folge an den Bauernverband Aargau (BVA) und den Natur- und Vogelschutz Möhlin. Ralf Bucher, Geschäftsführer des BVA, will sich in nächster Zeit gemeinsam mit den Bauern mit den Verantwortlichen der Rheinsalinen treffen. „Wir wollen uns aber zuerst ein Bild vor Ort machen“, sagte er der „Aargauer Zeitung“.

Naturschützer skeptisch

Sehr skeptisch beurteilt der Vizepräsident des Natur- und Vogelschutzes Möhlin, Markus Kasper, die Pläne der Rheinsalinen. Es sei ein sehr sensibles Gebiet und zähle zu den „Important Bird Areas“. Das Gebiet eine der höchsten Dichten an Feldlerchen auf und werden von zahlreichen Vogelzügen überquert. Landwirtschaft und Natur müssten weiterhin vereint werden, so Kasper.

Rheinsalinen Geschäftsführer Urs Hofmeier erklärt, dass das Unternehmen die Planungen in Angriff genommen habe, weil im betroffenen Gebiet der Bau einer Wasserversorgung für die Bauern sowie die Instandstellung des Rad- und Fussweg geplant sei. Das neue Bohrfeld soll zur gleichen Zeit in Angriff erschlossen werden, damit nur einmal gegraben werden müsse.

Baustart voraussichtlich 2017

Der Baustart soll voraussichtlich 2017 erfolgen. Vorgesehen sind 41 Bohrlöcher, gebohrt werde aber nur an 6 bis 8 Stellen. Nur während der Bauzeit erfolgten oberirdische Aktivitäten, so Hofmeister. An der Oberfläche würden später einzig die Dolendeckel zu sehen sein. Die neuen notwendigen Strassen sollen dort gebaut werden, wo sie am wenigsten stören.

Die Rheinsalinen haben beim Kanton nun ein Vorabklärungsgesuch eingereicht. Der Kanton erstellte eine Liste mit Themen, die bearbeitet werden müssen. Die landwirtschaftliche Nutzung und der Landschaftsschutz haben Priorität. Hofmeier will nun mit den Betroffenen Gespräche führen. „Wir wollen gute Lösungen für alle finden“, betont der Geschäftsführer gegenüber der „Aargauer Zeitung“.

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