30.10.2015 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Landwirte erachten Flächensicherung als prioritär
Die unternehmerische Zukunft als Landwirt hängt laut Mehrheit der deutschen Bauern vom Flächenerhalt und der Erfüllung wachsender Produktionsstandards ab. Das hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Kleffmann Group im Rahmen des „DLG-Trendmonitor Europe“ ermittelt.

Wie aus der jüngsten Erhebung hervorgeht, legen 80  Prozent der befragten 750 deutschen Landwirte den Schwerpunkt ihrer Betriebsentwicklung auf die Flächensicherung. Hohe Priorität hätten ausserdem die Anpassung der Produktionsverfahren an steigende Auflagen in der Tierhaltung und im Ackerbau sowie die Öffentlichkeitsarbeit, berichtete die DLG.

Mehr Zwischenfrüchte

Insgesamt wurden für die Studie neben den deutschen auch 500 französische, 500 polnische sowie 350 britische Landwirte befragt. In Deutschland zählen dem DLG-Trendmonitor zufolge hohe Flächenkosten, steigende Fixkosten und wachsende Aufwendungen für Dünge- und Pflanzenschutzmittel zu den Treibern bei der Planung. Die Landwirte stellten sich zudem auf steigende Auflagen ein, welche die kontroverse Debatte um die Produktionsweisen in der Landwirtschaft nach sich ziehe.

Anpassungen bei den Anbausystemen stünden beim Ackerbau auf der Agenda, auch bedingt durch eine abnehmende Auswahl an Pflanzenschutzmitteln und zunehmende Resistenzen. Die wendende Bodenbearbeitung solle daher bei 65 Prozent der Befragten künftig vermehrt Anwendung finden. Ausserdem wollen 69 Prozent der Landwirte in Deutschland laut DLG künftig mehr Zwischenfrüchte und 61 Prozent mehr Sommerungen anbauen, um Unkräuter zu unterdrücken und die Ackerhygiene zu steigern.

Kluft bei der Digitalisierung

Insgesamt zugewandt zeigten sich die Landwirte gegenüber einer Digitalisierung der Produktion. Wie sich aus der Befragung ergab, sind vor allem Betriebsleiter aus Polen und Frankreich an neuen Entwicklungen in der betrieblichen, aber auch der cloudbasierten Datenverarbeitung interessiert. Den Schritt hin zur Digitalisierung des Unternehmens hielten laut DLG auch 43% der deutschen Bauern für wichtig, zeigten sich im Hinblick auf die Auslagerung von Daten aber eher skeptisch.

Nur 26 % von ihnen hätten cloudbasierte Softwarelösungen als wichtige Innovation betrachtet, stellte die Landwirtschafts-Gesellschaft fest. Zweifel bestünden nach wie vor an der Datensicherheit, der Netzabdeckung bei der Datenübertragung und den Kosten für den Transfer grosser Datenmengen.

Trend zu Kooperationen

Ein elementarer Baustein bei der Entwicklung der Höfe ist nach den Erhebungen der DLG und der Kleffmann Group auch das Betriebswachstum. So planten 44 % der befragten Landwirte in Deutschland, ihre Produktionskapazitäten auszuweiten. Die Investitionen hingen meist davon ab, ob diese den Betrieb in den nächsten 15 bis 20 Jahren wettbewerbsfähig hielten und im aktuellen Preisumfeld gestemmt werden könnten.

Produktionskosten senken wollen laut DLG 58 % der befragten Betriebsleiter durch Kooperationen, um so Anschaffungs- und Unterhaltskosten von Maschinen zu verringern. Die DLG riet indes den Unternehmern dazu, die Betriebsentwicklung als Kernaufgabe zu betrachten. Auch wenn die aktuellen Erzeugerpreise den Blick auf die Liquiditätssicherung lenkten, könnten antizyklische Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Zumindest sollte keine Zeit „liegen bleiben“, um nächste Schritte vorzubereiten.

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