2.10.2018 10:21
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Einkommen
Landwirtschaft: Einkommen steigt
Die Forschungsanstalt Agroscope hat das landwirtschaftliche Einkommen von 2017 ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr hat dieses um 5.6 Prozent auf durchschnittlich 67'800 Franken je Betrieb zugenommen. Hauptgründe für den Anstieg waren die sehr guten Ernten im Ackerbau, die gestiegenen Preise für Schlachtvieh und die Erholung des Milchmarktes in der zweiten Jahreshälfte.

Das landwirtschaftliche Einkommen, Differenz von Ertrag und Aufwand, nahm durchschnittlich um 5,6 Prozent auf 67’800 Franken je Betrieb zu. Der Einkommensanstieg war mit 9,0 Prozent am stärksten in der Hügelregion. Dort haben die Erträge deutlich stärker als die Aufwände zugenommen. In der Tal- und Bergregion fiel er mit 4,2 respektive 5,2 Prozent moderater aus. Gemäss Agroscope sind in beiden Regionen die Aufwände prozentual betrachtet fast gleich stark wie die Erträge gestiegen sind.

Ertrag: +4.3 Prozent

2017 betrug der mittlere Ertrag inklusive Direktzahlungen je Betrieb 331’000 Franken. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 4,3 Prozent Zuwachs.  Der Ertrag ist der monetäre Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen und entspricht annähernd dem Umsatz. Aus der Tierhaltung stiegen die Erträge um 5.7 Prozent. Hauptverantwortlich sind die höheren Schlachtvieh-Preise beim Rind und die Erholung des Milchmarktes in der zweiten Jahreshälfte. Angespannt blieb die Lage gemäss Agroscope am Schweinemarkt. 

Äusserst unterschiedlich entwickelte sich die Erträge im Pflanzenbau. Die Spätfröste im April 2017 führten im Obst- und Weinbau zu erheblichen Schäden und einem starken Rückgang der Erträge. Für den Ackerbau hingegen war 2017 ein gutes Jahr mit quantitativ und qualitativ hervorragenden Ernten insbesondere bei Getreide, Zuckerrüben und Kartoffeln. Daraus resultierte ein Anstieg des Ertrags aus dem Pflanzenbau um 6,8 Prozent. 

Aufwand: +3.9 Prozent


Auch beim Aufwand gab es eine Zunahme. Dieser nahm bei nahezu konstanten Produktionsmittelpreisen um 3,9 Prozent auf 263’200 Franken je Betrieb zu. Agroscope schreibt die Zunahme des Aufwands hauptsächlich Material, Waren und Dienstleistungen, dem Personalaufwand und den Abschreibungen und Wertberichtigungen zu. 

Der Aufwand für Material, Waren und Dienstleistungen stieg vor allem aufgrund der Tierzukäufe um 2,6 Prozent. Aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Lage erhöhten sich die Abschreibungen und Wertberichtigungen um durchschnittlich 5,8 Prozent. Der Personalaufwand nahm als Folge des Anstiegs der durchschnittlichen Anzahl an Angestellten pro Betrieb und wegen höherer Löhne um 5,9 Prozent zu.

Ausserlandwirtschaftliches Einkommen steigt weiter

Das Gesamteinkommen eines landwirtschaftlichen Haushaltes setzt sich aus dem landwirtschaftlichen und dem ausserlandwirtschaftlichen Einkommen zusammen. Es steht den Bauernfamilien für den Privatverbrauch und zur Eigenkapitalbildung zur Verfügung. 2017 stieg das ausserlandwirtschaftliche Einkommen im Schnitt um 3,3 Prozent und betrug 31’600 Franken. Aufgrund des gleichzeitigen Anstiegs des landwirtschaftlichen Einkommens nahm das Gesamteinkommen um 4,4 Prozent auf 96 200 Franken zu, schreibt Agroscope. 

Am höchsten ist das Gesamteinkommen in der Talregion mit 110’400 Franken, im Hügelgebiet liegt dieses bei 89’800 Franken und in der Bergregion bei 82’700 Franken. Dabei spielt das ausserlandwirtschaftliche Einkommen in der Hügel- und Bergregion eine wichtigere Rolle als in der Talregion. Sein Anteil am Gesamteinkommen betrug 37 und 36 Prozent im Gegensatz zu 29 Prozent in der Talregion.

Das ausserlandwirtschaftliche Einkommen wird für die Betriebsgemeinschaften nicht erhoben. Somit kann das Gesamteinkommen nur für die Einzelunternehmen ohne Betriebsgemeinschaften berechnet werden.

Höherer Arbeitsverdienst

Der Arbeitsverdienst pro Vollzeit-Familienarbeitskraft widerspiegelt die Höhe der Entschädigung der auf dem Betrieb arbeitenden Familienarbeitskräfte. Aufgrund der gleichbleibenden Anzahl Familienarbeitskräfte pro Betrieb stieg der Arbeitsverdienst pro Familienarbeitskraft relativ betrachtet fast im gleichen Umfang wie das landwirtschaftliche Einkommen um 5,8 Prozent auf 49’900 Franken. Mit 62 300 Franken pro Familienarbeitskraft lag der Arbeitsverdienst in der Talregion höher als in der Hügel- und Bergregion (44 900 bzw. 37 900 Franken).

Der Arbeitsverdienst entspricht dem landwirtschaftlichen Einkommen nach Abzug der kalkulatorischen Kosten für das Eigenkapital des Betriebs, auch Zinsanspruch genannt. Aufgrund des im Jahresdurchschnitt weiterhin negativen Zinssatzes für Obligationen der Eidgenossenschaft mit zehnjähriger Laufzeit entfiel 2017 der Zinsanspruch. Agroscope

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