26.05.2019 08:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Etienne Junod, BUL
Prävention
Landwirtschaft und Bahn
Zahlreiche landwirtschaftliche Parzellen liegen entlang von Bahnlinien. Wichtige Hinweise sind dort zu beachten.

Störungen des Zugverkehrs durch landwirtschaftliche Zwischenfälle bringen oftmals sehr weitreichende Konsequenzen für die beteiligten Parteien mit sich. Für Landwirte bedeutet dies enorme Zeitverluste, getötete Tiere und viele unnötige Risiken, die in Kauf genommen werden müssen. Verspätungen, Materialschäden und der psychische Stress für die involvierten Lokführer stellen den Verkehrsbetrieb und seine Passagiere vor beträchtliche Probleme.

Diverse Störfälle

Die gemeldete Zahl der Tiere auf oder in unmittelbarer Nähe der Geleise ist steigend, wobei die meisten Fälle während der Vegetationsperiode verzeichnet werden. Hauptursachen sind nebst Wildtieren vornehmlich Rindvieh, das aus der Weide ausbricht, sowie Kleinviehherden beim Standortwechsel.

Traktoren oder Maschinen können an einem Bahnübergang stecken bleiben, was mit dem heutigen Mechanisierungsgrad glücklicherweise immer seltener vorkommt. Zusätzlich werden pro Jahr mehrere Störungsfälle infolge verlorener Ladung ab landwirtschaftlichen Transporten oder von fehlplatzierten, auf die Geleise rollenden Rundballen verzeichnet.

Für mehr Sicherheit

Mit folgenden Massnahmen können unnötige Zeitverluste, Ärger und Kosten vermieden werden: Weidezäune in Gleisnähe müssen stets korrekt, stabil und genügend sicher ausgeführt sein, damit sie das Ausbrechen von Vieh verhindern. Ein rechtzeitiger Weidewechsel bremst den Drang auszubrechen – beispielsweise aus Mangel an frischem Gras oder beim Aufenthalt beunruhigender Wildtiere.

Die Zäune müssen regelmässig kontrolliert und unterhalten werden. Weidewechsel oder Verladen von Gross-/Kleinvieh müssen vorbereitet und mit ausreichend Hilfspersonen durchgeführt werden. Ein Hütehund mit guter Ausbildung kann hier von grossem Nutzen sein. Rundballen müssen so abgelegt und gelagert werden, dass sie insbesondere in Hanglagen nicht wegrollen können. 

Das Betreten oder Überqueren einer Gleisanlage ausserhalb der offiziellen Übergänge ist ein schwerer Gesetzesverstoss, der angezeigt wird. Das Unfallrisiko hier ist zu hoch – benutzen Sie daher immer und ausschliesslich die vorgesehenen Übergänge. Bei Ereignissen wie ausbrechenden Tieren, Fahrzeugen auf den Geleisen oder abrollenden Rundballen, die den Bahnverkehr beinträchtigen könnten, alarmieren Sie sofort die Polizei auf 117. 

Bei Fragen stehen Ihnen die BUL (bul@bul.ch) sowie die SBB (landwirtschaft@sbb.ch) zur Verfügung. 

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