4.07.2014 08:36
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Emmentaler
Lustenberger & Dürst bezahlt jetzt den Richtpreis doch noch
Die Richtpreiserhöhung beim Emmentaler AOP wurde bisher von zwei Händlern nicht getragen. Einer zieht jetzt aber nach.

Die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) hatte letztes Jahr beschlossen, für die Produktion ab Januar 2014 den Preis auf 7.50 Fr./kg (plus 60 Rp./kg für Marketing) zu erhöhen, was für die Händler einen Bruttopreis von 8.10 Fr./kg ergibt.

Höhere Preise lassen sich nicht umsetzen

Doch nicht alle Handelsfirmen sind bereit, die Preise dementsprechend anzuheben. So etwa Käsehändler Peter Bürki, dann aber auch die  Handelsfirma Lustenberger&Dürst AG. Richard Gander, CEO der Lustenberger&Dürst AG, schrieb am 13. Juni in einem Brief an seine Partner, dass seine Firma zwar wohl für Januar noch den Richtpreis bezahlt habe, «die Januarproduktion haben wir im Sinne unseres Beitrags zur positiven Umsetzung der erneuten Preiserhöhung wohl zu 8.10 Fr./kg übernommen, die höheren Preise können aber am Absatzmarkt nicht umgesetzt werden».

Die Verkäufe liefen harzig, und bereits seien erste Auslistungen bei Detailhändlern im Ausland erfolgt. Die höheren Preise würden schlecht akzeptiert, weil noch günstigere Ware auf dem Markt angeboten werde. Demnach sei die Lustenberger&Dürst AG nicht bereit, für Februar den Richtpreis zu bezahlen. «Wir zahlen Ihnen für die Februarkäse den Preis von 7.70 Fr./kg. Dies beinhaltet den Preis von 7.60 Fr./kg plus 10 Rp./kg als Zulage für Schmelzkäse.»

Auch für März wolle man 7.70 Fr./kg (7.10 plus 60 Rp./kg für Marketing) bezahlen. Im Schreiben wird explizit die Verwendung des Marketingbeitrags von 60 Rp./kg Käse kritisiert. «Die Kommunikation/Promotion ist im Markt trotz grossen Budgets nicht spürbar, vielmehr werden Mittel zweckentfremdet und unter anderem zur Sanierung der Schaukäserei verwendet», heisst es.

Umdenken stattgefunden

Doch nun hat offenbar auch aufgrund des Drucks der Sortenorganisation wie auch durch die Anfrage des «Schweizer Bauer» ein Umdenken stattgefunden. Richard Gander teilte am Freitagabend nach Redaktionsschluss mit: «Die Firma Lustenberger & Dürst hat für die Februar- und Märzproduktion den Richtpreis bezahlt.»

Dieser Entscheid wurde aber offenbar erst am Freitag an einem Treffen in Cham gefällt. Dem «Schweizer Bauer» liegt ein handschriftliches Protokoll einer Zusammenkunft mit Datum vom 27. Juni vor, auf dem als Beschluss steht: «Lustenberger&Dürst bezahlt den Richtpreis von 7.50 Fr./kg (exkl. Sortenbeitrag).» Unterschrieben hat neben 23 anderen auch Gander selber. 

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