22.02.2017 09:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Migros-Industrie
M-Industrie wächst im Ausland
Die Produktionsbetriebe der Migros (M-Industrie) haben 2016 den Umsatz insgesamt um 2,1 Prozent auf 6,39 Mrd. Franken gesteigert. Das internationale Geschäft legte um 16 Prozent zu, während der Umsatz im Inland mit 0,5 Prozent kaum wuchs. Der «orange Riese» wird internationaler.

Vor allem das Geschäft mit Kaffeekapseln, Käse und Kosmetik trieb die Umsätze im internationalen Geschäft (Export und Auslandstandorte) auf 790 Mio. Franken, wie M-Industrie am Mittwoch im aargauischen Buchs mitteilte.

Der Umsatz im Ausland beträgt 12,4 Prozent am Gesamtumsatz des Industriekonglomerats des «orangen Riesens». Die Produkte würden im Ausland eher im Hochpreissegment verkauft, während diese in der Schweiz als Mainstream-Produkte gelten würden, sagte Walter Huber, Mitglied der Generaldirektion.

Die Schweizer Konsumenten seien entwickelt und anspruchsvoll. Im Ausland gelte «Swiss» als Garantie für hohe Qualität. Die Produkte in der Schweiz und im Ausland seien jedoch nicht identisch. M-Industrie produziert in Frankreich und in Grossbritannien nach Schweizer Qualitätsstandards. Die jeweiligen Unternehmen wurden gekauft.

Raues Inlandsgeschäft

Als harzig erwies sich das Inlandsgeschäft, das wichtigste Standbein von M-Industrie. Das Geschäft mit der Migros-Gruppe wurde um 0,9 Prozent auf 4,53 Mrd. Franken ausgebaut. Während das Migros-Geschäft (Migros-Detailhandel) teuerungsbereinigt stagnierte, konnten die Umsätze mit Denner und LeShop.ch gesteigert werden.

Einen Umsatzrückgang von 1,7 Prozent auf 993 Millionen Franken verzeichnete M-Industrie im Segment der Back-, Eis- und Teigwaren. Der Absatz von Eis sei wegen des Wetters eher verhalten gewesen, hiess es. Brot stehe unter Preisdruck.

Bekenntnis zum Standort Schweiz

Dagegen stieg der Umsatz im Segment  Fleisch, Geflügel und Fisch um 2,8 Prozent auf 1,58 Mrd. Franken. Das Geschäft mit Geflügel sei strategisch wichtig, führte Huber aus. Daher plant M-Industrie in der Westschweiz eine neue Brüterei und im Wallis einen sogenannten Elterntierpark, wo die Eier zum Ausbrüten gelegt werden.

Zudem will M-Industrie einen neuen und grossen Schlachtbetrieb. Mögliche Standorte liegen in der West- oder Ostschweiz. Es geht um Investitionen von 150 Mio. Franken.

M-Industrie investierte in der Schweiz im vergangenen Jahr 220 Mio. Franken und weitere 10 Mio. Franken im Ausland. «Wir stehen zum Werkplatz Schweiz und zur Swissness», sagte Huber.

Schwieriges Geschäft mit Grosskunden

Als «sehr anspruchsvoll» bezeichnete M-Industrie das Marktumfeld im Grosskundengeschäft. Die Umsätze sanken um 1,5 Prozent auf 1,069 Mrd. Franken. Als Gründe werden die sinkenden ausländischen Touristenzahlen genannt. Die Gastronomie und die Hotellerie kauften weniger ein. Hinzu kamen der Einkaufstourismus und das schrumpfende Cash&Carry-Abholgeschäft. Als Problemfall gilt der Abholgrosshandel. Die Grosshandel entwickle sich zu einem Belieferungsgeschäft.

«Das Umfeld bleibt hart und rau», sagte Huber mit Ausblick ins laufende Geschäftsjahr. Angepeilt werde eine solide Entwicklung mit starkem Wachstum im internationalen Geschäft.

Chancen in der Schweiz sehen die Verantwortlichen etwa bei tagesfrischen Produkten wie Sushi. So übernahm M-Industrie die Mehrheit an der Firma Sushi Mania SA im Kanton Freiburg. International will M-Industrie strategische Partnerschaften auf- und ausbauen. Auch das Geschäft mit Kaffee-Kapseln soll forciert werden.

Konglomerat aus Unternehmen

M-Industrie besteht aus 23 Unternehmen in der Schweiz und aus 7 Produktionsbetrieben sowie diversen Handelsplattformen im Ausland. Zur M-Industrie gehören unter anderem der Schokoladenproduzent Frey, die Migros-Backwaren Jowa und die Kosmetikaherstellerin Mibelle Group.
M-Industrie bietet über 20'000 Food- und Near-Food-Produkte an. Damit ist sie nach eigenen Angaben einer der grössten Eigenmarkenproduzenten weltweit. Die Betriebe zählen über 13'000 Mitarbeitende, darunter 538 Lernende in mehr als 30 Berufen.

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