29.01.2014 10:47
Quelle: schweizerbauer.ch - Leo Coray
St. Gallen
Markthalle Sargans: Wille zur Selbsthilfe bewiesen
Sargans hat wieder eine Markthalle. Fast drei Jahre nach dem Brand wurde der Neubau kürzlich feierlich eingeweiht.

Die neue Markthalle sei ein typisches Werk gemeinsamen Willens zur Selbsthilfe, sagte der St.Galler Volkswirtschaftsdirektor Benedikt Würth vor über 1000 Gästen. Der aus eigener Kraft geschaffene Neubau sei Ausdruck des Genossenschaftsgedankens. Mit ihren vielfältigen Anlässen leiste die Halle auch einen wichtigen Beitrag für das Verständnis der landwirtschaftlichen Tätigkeiten in breiten Bevölkerungskreisen. Wie der Regierungsrat weiter sagte, belegen Statistiken, dass an den Schlachtviehmärkten in Sargans überdurchschnittliche Preise erzielt werden.

Vielfältig nutzbar

Durch die Holzbaufirma Schöb AG, Gams, wurde ein imposanter Bau mit einer Grundfläche von 33 mal 106 Metern errichtet – «mit Holz aus der Region», wie Geschäftsführer Nicola Sanzo betonte. Die Halle enthält die Viehannahmestelle für die 14-täglichen Schlachtviehmärkte ferner Lagerräume, Küchentrakt und eine Kantine für 250 Personen im Obergeschoss. Die Halle ist unterteilbar, heizbar und mit grossen Fenstern versehen.

In der Markthalle Sargans finden jährlich rund 120 Anlässe statt. Am häufigsten wird sie für Viehmärkte und -ausstellungen genutzt. Doch auch Versammlungen, Reitanlässe, Velobörsen, Antikmärkte und gesellschaftliche Anlässe finden darin statt. Besitzerin ist die Markthallengenossenschaft Sargans-Werdenberg mit 991 Mitgliedern, rund 400 mehr als vor dem Brand.

Durch Brand zerstört

Der Neubau der zwischen Sargans und Trübbach gelegenen Markthalle wurde nötig, weil die alte am 17. März 2011 durch einen Grossbrand völlig zerstört wurde. Die Brandursache konnte nicht ermittelt werden. Dass es bis zur Inbetriebnahme des neuen Gebäudes fast drei Jahre dauerte, war auf die zunächst schleppend angelaufene Finanzierung und Differenzen über den Standort zurückzuführen.

Dritte Markthalle

Die neue Markthalle in Sargans ist die dritte Halle der Markthallengenossenschaft Sargans-Werdenberg. Die erste wurde 1940 beim Bahnhof Sargans errichtet; sie war die sogenannte Landihalle, worin an der Landesausstellung 1939 in Zürich legendäre Feste gefeiert worden waren. Wegen Platzmangels wurde 1995 eine neue Markthalle am heutigen Standort zwischen Sargans und Trübbach erstellt. Sie wurde 2001 um 40 auf 106 Meter verlängert, ehe sie 2011 einem Brand zum Opfer fiel. lco

Nachdem der Vorstand der Markthallengenossenschaft entschieden hatte, die Halle am bisherigen Standort wieder aufzubauen, wollten Werdenberger Viehzüchter sie bei der Autobahnausfahrt in Trübbach errichten. Der Gemeinderat Sargans hingegen verlangte einen Standortwechsel ins Industriegebiet. Beides lehnte der Vorstand ab.

Am 25. März 2013 erfolgte der Spatenstich für den Neubau, dessen Kosten mit 4,6 Millionen Franken veranschlagt waren. Daran zahlten die Brandversicherungen 1,8 Millionen Franken. Weitere 2,6 Millionen Franken beschaffte der Vorstand bei Genossenschaftern, Gemeinden, Ortsgemeinden, Kanton, Bund und landwirtschaftlichen Verbänden.

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