21.11.2018 18:45
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt/jgr
Bern
Mehl ist eine austauschbare Ware
Der Berner Bauern Verband lud am Mittwoch zu einer Medienkonferenz ein. Austragungsort war der Betrieb von Urs Schneeberger und Urs Berger in Bern. Das Thema: "100% Bern"

Getreide wächst auf den Feldern der Berner Bauern. Sie liefern es an die Berner Mühle. Diese verarbeitet es zu Mehl und verkauft es weiter an den Berner Bäcker. Dieser verkauft das frisch gebackene Berner Brot der Konsumentin unter dem Label „100% BERN“. Mehrwert also für alle?

Produzent und Sammelstellenbetreiber Urs Berger, sieht seinen Mehrwert nur in zweiter Linie in einem besseren Produktepreis, schreibt der Berner Bauern Verband in einer Medienmitteilung.  Sein Rohstoff sei aber für den Abnehmer nicht ersetzbar in diesem Konstrukt. Das sei sein wahrer Gewinn. Als Lieferant in dieser Wertschöpfungskette ist er nicht mit Kanadischem Weizen und Co. in Konkurrenz. Gerade im Licht der aktuellen Zahlen betreffend Import von Mehl und Teiglingen ist diese Positionierung sehr viel Wert.

Nach IPS Richtlinien

Die Initiative für das Projekt „100% BERN“ kam im Jahr 2016 von Seite der Mühle Burgholz. Deren Treiber war es, neue Kunden gewinnen und vor allem Bestehende zu halten,  führte Diego Della Cà, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Mühle Burgholz aus. Das gemahlene Mehl verkauft er weiter, zum Beispiel an die Reinhard AG, Bäckerei Konditorei Café aber auch an viele weitere Bäckereien im Kanton Bern. Das gesamte Brotsortiment der Reinhard Bäckerei ist nach IPS Richtlinien zertifiziert

Mehl sei eine austauschbare Ware. Ein Mehrpreis für Mehl aus der Region sei für die Mühle am Markt nicht zu lösen, heisst es weiter in der Mitteilung.  Gegenüber dem Getreideproduzenten verfügt die Mühle über Preishoheit nur dort, wo sie das Getreide direkt vom Produzenten entgegen nimmt. Oft gibt es Zwischenhändler, die auch noch ihren Anteil am Kuchen abschneiden möchten. Von der Effizienz der kurzen Wege profitieren alle Akteure und auch die Umwelt.

Je stärker ein Produkt verarbeitet sei, desto weniger sei die Herkunft der Rohstoffe für die Konsumenten erkennbar, betonte Markus Ritter, Präsident Schweizer Bauernverband an der Medienkonferenz. Deshalb ist laut Ritter die Swissnessvorlage so wichtig für die Schweizer Landwirtschaft. Diese stellt sicher, dass nur auf solche Produkte ein Schweizer Kreuz angebracht werden darf, wo auch in erster Linie Schweizer Rohstoffe drin sind. 

Das Fazit

Die Produkte der Schweizer Landwirtschaft unersetzlich machen, ist der erste Schritt. Der zweite ist, die Konsumenten für die entsprechenden Angebote zu begeistern. Wenn man weg von der Austauschbarkeit kommen will, müssen die Partner in der Verarbeitungsindustrie unverwechselbare, hochwertige Lebensmittel mit regionalem Bezug und Mehrwert für die Konsumenten schaffen. Hier sind mitunter auch die Verbände gefragt – zusammen mit allen Playern in der Wertschöpfungskette.


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