15.03.2014 13:26
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Raumplanung
Mehr als 20% Zweitwohnungen in mehreren Städten?
In Städten wie Rorschach SG, Freiburg und Lugano gibt es möglicherweise mehr als 20 Prozent Zweitwohnungen. Das schreibt das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) auf Grund neuer Daten des Bundesamtes für Statistik zu bewohnten Wohnungen.

Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) veröffentlichte diese Woche eine Liste von 91 Städten und Gemeinden, die möglicherweise künftig neue Zweitwohnungen nur noch unter Auflagen bewilligen dürfen. Bis Mitte Jahr können die Städte und Gemeinden Rekurs anmelden.

Einsprachefrist läuft

Bis zum Ende der Einsprachefrist gilt für die 91 Ortschaften die Verordnung über Zweitwohnungen nicht, wie das ARE festhält. Es geht davon aus, dass der vermutete und der tatsächliche Zweitwohnungsanteil nicht übereinstimmen. Die betroffenen Städte und Gemeinden sollen deshalb ihren Zweitwohnungsanteil nachweisen.

Freiburg zum Beispiel schätzt es gar nicht, auf der Liste zu stehen. Stadtpräsident Pierre-Alain Clément hat Zweifel an der Erhebung, wie er am Freitag zu einem Artikel in der Westschweizer Zeitung «La Liberté» sagte. Gemäss der Liste gibt es in Freiburg einen vermuteten Zweitwohnungsanteil von 21,3 Prozent.

Auf der Liste stehen noch andere Städte, etwa Rorschach SG (20,3 Prozent), Biel (21,9 Prozent), Lugano (20,1 Prozent), Chiasso (22,6 Prozent) oder Delsberg (32,7 Prozent). Es handle sich nicht um eine schwarze Liste, sagte Gabriel Hefti von der Sektion Recht im ARE der Nachrichtenagentur sda. Er bezog sich auf Berichte in mehreren Westschweizer Medien.

Mit Zahlen widerlegen

Die betroffenen 91 Kommunen hätten bis Mitte 2014 Zeit, mit Zahlen die Vermutung zu widerlegen und von der Liste gestrichen zu werden. Hefti sprach von einer Form von Konsultation. Die Verordnung über Zweitwohnungen würde gegebenenfalls im kommenden Herbst angepasst.

Die Verordnung über Zweitwohnungen ist seit Anfang 2013 in Kraft. Das Gesetz für die Umsetzung der im März 2012 von Volk und Ständen angenommenen Initiative für eine Begrenzung des Baus von Zweitwohnungen befindet sich seit dem 19. Februar in der parlamentarischen Beratung.

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