29.09.2017 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klimawandel
Mehr Spätfrost in höheren Lagen
Spätfrost hat im vergangenen April besonders im Wallis die Weinberge und Obstbäume schwer mitgenommen. Dazu könnte es im Zuge des Klimawandels künftig häufiger kommen, warnen Wissenschaftler.

Mit der Klimaerwärmung beginnt die Vegetationsperiode im Frühjahr immer früher. Das Datum des letzten Frosts hat sich jedoch nicht so rasch verschoben - zum Leidwesen der Bäume. Mit der Klimaerwärmung steigt das Risiko, dass junge Blätter und Blüten dem Frühjahrsfrost ausgesetzt sind, wie eine Studie der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), der Uni Neuenburg und der Forschungsanstalt Agroscope Conthey zeigt.

Das Forscherteam unter der Leitung der Klimatologin Martine Rebetez und des Biologen Yann Vitasse hat Datenreihen von 50 Messstationen von MeteoSchweiz ausgewertet, die mindestens seit 1975 erhoben werden. Parallel analysierten sie Tausende Daten zu Blattbildung bei Buche und Fichte und zur Blüte von Kirsch- und Apfelbäumen, wie die Forschungsinstitutionen am Donnerstag mitteilten.

All dies floss in Modelle ein, die für verschiedene klimatische Bedingungen die Blüte- und Blattbildungszeiten vorhersagen. Anschliessend verglichen die Wissenschaftler diesen Zeitpunkt des Vegetationsbeginns mit dem Datum des letzten Frost. Für Bäume in Lagen über 800 Metern schrumpfe dieser Sicherheitsabstand zwischen letztem Frost und Wachstumsphase, berichten die Forschenden im Fachblatt «Agricultural and Forest Meteorology». In geringerer Höhe blieb er indes unverändert.

In höheren Lagen sei es daher derzeit nicht sinnvoll Obst- oder Waldbaumarten zu pflanzen, die an ein wärmeres Sommerklima gewöhnt sind, hiess es in der Mitteilung. Deren Wachstumsphase setze im Frühling immer früher ein und mache sie damit empfindlich gegenüber Frostschäden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE