23.01.2015 17:45
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann, Raphael Bühlmann
Käsemarkt
Menge bleibt in Hand der Sorte
Die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) wird die Menge weiter steuern. Die Delegierten sagen Ja zum standardisierten Käsekauf-Vertrag. So können Bauern und Käser nicht zu Restgeldempfängern werden.

Die Mengensteuerung des Emmentaler AOP wird auf privatrechtlicher Basis weitergeführt. Dies, weil die Allgemeinverbindlichkeit des Bundesrates für die Mengensteuerung Ende Juni ausläuft. Der Vorstand hatte bereits im Vorfeld der ausserordentlichen Delegiertenversammlung der ES in Bern beschlossen, dass er die Menge weiter steuern will. 

ES kauft keinen Käse

Fromarte-Direktor Jacques Gygax führte aus, dass sich die Mengensteuerung bewährt habe: «Innerhalb von knapp zwei Jahren konnte der Preis um 30 Prozent angehoben werden.» Dennoch hatten die Delegierten einen wichtigen Entscheid zu fällen. Der Vorstand beantragte, die Mengensteuerung mit einem standardisierten Käsekauf-Vertrag zu ergänzen. Dieser soll für Preisstabilität sorgen und verhindern, dass Käser und Milchproduzenten wieder zu Restgeldempfängern degradiert werden. Aber die ES kauft selbst keinen Käse, und Käser und Händler rechnen wie heute direkt miteinander ab. 

Die Delegierten stimmten der notwendigen Statutenänderung mit grosser Mehrheit zu. Nur eine Handvoll Delegierte, darunter Käsehändler Peter Bürki und Richard Gander, CEO der Handelsfirma Lustenberger & Dürst, stimmten dagegen. Bürki unterlag mit dem Antrag, bei der Wettbewerbskommission ein kartellrechtliches Gutachten einzuholen. Schon am Vormittag hatte der Vorstand die Produktionsfreigabe für die Monate Januar und Februar von 67 auf 63 Prozent korrigiert. Ob und wie stark der Käserichtpreis gesenkt wird, kommuniziert die ES am Mittwoch.

Preis nicht herunterreissen

Er habe selten schlaflose Nächte, sagte ES-Präsident Heinz Wälti. Aber am Donnerstag vor einer Woche, als der Euro unter 1 Franken gefallen sei, habe er sehr schlecht geschlafen. Denn vom schwachen Euro sei der Emmentaler AOP mit seinem hohen Exportanteil in den Euro-Raum stark betroffen, betonte er. Trotz alledem stellte Wälti klar: «Es wäre falsch, jetzt einfach den Preis wild nach unten zu reissen.» Der Emmentaler sei ein Markenprodukt, ein Qualitätsprodukt, das seinen Preis habe.

Er kämpfe langfristig für einen höheren Milchpreis, als er derzeit beim Emmentaler AOP bezahlt werde. «Es kann nicht sein, dass Milchlieferanten und Käser am Existenzminimum darben müssen», so Wälti. Wichtig bleibt das Marketing. Laut Direktor Stefan Gasser bleibt Schwingerkönig Matthias Sempach  Botschafter für den Inlandmarkt. Im Ausland wirbt ab Frühling die bekannte Moderatorin Michelle Hunziker für den Emmentaler AOP.

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