19.03.2015 06:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Futtermittel
Migros führt Donau-Sojaschrot selber ein
Die Migros führt neuerdings selber Sojaschrot aus Italien ein. Die Futtermittelfabrikanten sind wenig erfreut.

Seit Kurzem importiert die Migros selber Donau-Sojaschrot in die Schweiz. Der Begriff Donau-Soja bezeichnet Soja aus dem Donau-Raum. Im Falle der Migros stammt es von einer italienischen Ölmühle. Luzi Weber von der Migros bestätigt: «Es ist richtig, dass die Micarna künftig für ihr Geflügelprogramm Optigal ausschliesslich Donau-Soja einsetzen wird und dessen Beschaffung auch selber organisiert.»

Erst nur für Optigal-Programm

Dank der direkten Beschaffung habe die Migros volle Transparenz über die Herkunft der Soja, kenne deren Qualität und die Produktionsverfahren. Auch könne die Beschaffung gebündelt, die Logistik optimiert und damit die Kosten im Griff behalten werden, obwohl der Rohstoff im Vergleich zum Spotmarkt teurer sei, begründet der Mediensprecher.

Die Micarna beschaffe vorerst jene Mengen, welche für die Fütterung der Masttiere im Optigal-Programm nötig seien. Auf die Frage des «Schweizer Bauer», ob die Migros die Strategie der eigenen Futtermittelimporte auf andere Futtermittel auszudehnen plant, meint Weber: «Das wissen wir noch nicht. Micarna wird die Erfahrungen auswerten, und in der Folge können die entsprechenden Schlüsse gezogen werden.»

"Migros hat Know-How nicht"

Die Mischfutterwerke, die das Optigal-Futter herstellen, sind nun verpflichtet, den Migros-Sojaschrot zu verwenden. «In dieser vertikalen Integration sind die Mischfutterhersteller auch vertraglich eingebunden», bestätigt der Mediensprecher. Kann denn die Migros die Soja billiger importieren als andere Händler, was das Futter und die ganze Produktion günstiger macht? «Wir kennen die Gestehungskosten der Importeure nicht und können daher die Frage nicht beantworten», sagt Weber dazu.

Wenig erfreut über den Auftritt der Migros als Futtermittelimporteurin zeigt sich die Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten (VSF): «Die Migros hat weder das Know-how noch das Personal dafür. Eine Reihe von Fragen zu Haftung, Qualität, Risiken, Logistik, etc. sind zudem ungeklärt», meint VSF-Geschäftsführer Rudolf Marti.

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