29.05.2014 10:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Milchmarkt
Milch: Bio-Bauern zurzeit ohne Preisvorteil
In der Schweiz sinkt der Milchpreis wieder, nachdem noch im zweiten Halbjahr noch ein Anstieg verzeichnet worden ist. Ebenfalls seit Anfang Jahr können Bio-Produzenten ihre Milch nicht mehr teurer verkaufen als Kollegen, die gewerblichen Käsereien konventionelle Milch liefern.

Einen Preisrückgang müssen Produzenten von Bio-Milch hinnehmen: Seit Anfang Jahr können sie ihre Milch nicht mehr teurer verkaufen als Bauern, die konventionell erzeugte Milch an Käsereien liefern. Das war seit mindestens zwei Jahren nicht mehr der Fall.

«Saisonale Schwankungen»

Bio-Milch wurde im März 2014 für 75,61 Rappen pro Kilogramm verkauft, konventionelle Milch an gewerbliche Käsereien für 75,92 Rappen. Eine Erklärung für den tieferen Preis für Bio-Milch ist laut BLW das grössere Angebot. Im ersten Quartal 2014 wurden 58'826 Tonnen Bio-Milch gemolken, im Vorjahresquartal 56'561 Tonnen.

Bio-Suisse-Sprecher Andreas Käsermann sagte dazu, der Bio-Milchpreis sei saisonalen Schwankungen ausgesetzt. «Es kann durchaus vorkommen, dass ab und an der Preis für Bio-Industriemilch tiefer liegt als jener für konventionelle Käsereimilch, die ohne Silofutter produziert wird.» Im Durchschnitt werde für Bio-Milch mehr bezahlt als für konventionelle, nämlich je nach Saison 10 bis 20 Rappen.

Trend hat gedreht

Für konventionell erzeugte Industriemilch können die Betriebe weit weniger lösen, nämlich 67,46 Rappen. Mehr Milch bedeutet laut BLW auch mehr Milchprodukte, namentlich Butter und Milchpulver. Insgesamt wurden im ersten Quartal 2014 896'571 Tonnen Milch vermarktet, wie dem am Mittwoch veröffentlichten Marktbericht Milch des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) zu entnehmen ist. Das sind 4,4 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das brachte den Milchpreis zusätzlich unter Druck.

2014 habe der Trend gedreht, heisst es dazu im Bericht. Während Bauern für das Kilogramm Milch nach einem halben Jahr mit steigenden Preisen Ende 2013 noch 69,3 Rappen erhalten hatten, waren es Ende März noch 67,88 Rappen.

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