17.04.2015 15:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Hans Lenzi
Milchmarkt
Milch bleibt Wachstumsmarkt
Die Mehrheit der Anwesenden ist mit der neu gegründeten Exportgesellschaft Lactofama AG zufrieden.

Vor vollem Zentrumssaal in Rotkreuz durfte Hanspeter Egli, der neue Präsident der Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) an der Delegiertenversammlung auf ein gutes 2014 zurückschauen. Die Preise blieben stabil, für Egli aber kein Grund zum Zurücklehnen. Denn schon stehen neue Wolken am Landwirtschaftshimmel, diese gilt es zu beobachten. Am besten gelingt das mit innerer Einigkeit.

Ein guter Entscheid

Nach den Begrüssungsreden des Rischer Gemeindepräsidenten Peter Hausherr und des Zuger Regierungsrats Peter Hegglin – bis vor 12 Jahren selber Bergbauer, heute besitzt er noch Hühner und Bienen – zeigte sich die Mehrheit der Delegierten mit der gemeinsam von verschiedenen Bauernverbänden gegründeten Exportgesellschaft Lactofama AG zufrieden, erreichten die Milchproduzenten doch über die geschickte saisonale Marktabräumung wegen hoher Milcheinlieferungen, dass zumindest der Richtpreis für A-Milch mit 71 Rappen/kg das ganze Jahr gehalten werden konnte.

Auch die vom Bundesrat für verbindlich erklärte Segmentierung ist laut Egli wichtig, und er findet, dass «wir Milchproduzenten uns dafür einsetzen müssen, dass sie als Instrument zur optimalen Nutzung des Markts erhalten bleibt.».

Mindesteurokurs-Schock

Dass die Aufhebung des Mindesteurokurses die Situation der im VMMO Organisierten, zusammen mit dem über den Weltmarkt einwirkenden Preisdruck, auf wenig Freude stösst, ist verständlich: Der Export verteuerte sich schlagartig, weshalb die Käsemarktorganisationen sofort eine Beschränkung der Käseproduktion vornahmen. Über die Mittel-Erhöhung beim sogenannten Schoggigesetz, verstärkte Vermarktungsmassnahmen und zusätzliche Direktzahlungen soll die Euroschwäche etwas ausgeglichen werden. Der Bund zeigt sich gesprächsbereit. Immerhin stelle die Milch «den am stärksten liberalisierten Produktionszweig der hiesigen Landwirtschaft dar», wie der VMMO-Vorsitzende in Erinnerung ruft.

Die Genossenschaft wünscht zudem eine Nachjustierung der seit 2014 in Kraft gesetzten Agrarpolitik. Nach ihr stehen, wie erwartet, die Milchbauern der Talgebiete auf der Verliererseite. Die bald zur Abstimmung gelangende «Initiative zur Ernährungssicherheit» wird begrüsst; allerdings ist man mit dem bundesrätlichen Gegenvorschlag nicht in allen Punkten einig. Insgesamt aber würdigt Hanspeter Egli, «dass die Zukunftsperspektiven für die Milchwirtschaft international positiv beurteilt werden können. Milch bleibt ein Wachstumsmarkt.»

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