15.07.2016 17:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Europäischer Milchmarkt
Milch: EU kündigt Hilfsprogramm an
Am Freitag haben sich in Brüssel der EU-Agrarkommissar Phil Hogan und der deutsche Agrarminister Christian Schmidt getroffen. Eine Wiedereinführung einer Milchquote erteilte Hogan eine Absage. Er kündigte jedoch ein weiteres Hilfspaket für die Milchbauern an.

Am kommenden Montag treffen sich in der belgischen Hauptstadt die EU-Landwirtschaftsminister. Das Treffen beginnt um 10 Uhr. Hogan kündigte am Freitag beretis ein Hilfspaket an. Dieses soll Anreize für eine Reduzierung der Milchproduktion setzen. „Wir haben eine Überschussproduktion auf dem europäischen Markt, und dieser Realität müssen sich die Landwirte anpassen“, sagte der EU-Agrarkommissar nach dem Treffen mit Schmidt.

Für Hogan kann aber nach wie vor nur der Markt die Probleme auf dem Milchmarkt lösen. „Die Produzentenpreise sinken wegen der Überproduktion. Deshalb müssen Länder und die EU gemeinsam Massnahmen beschliessen, die tatsächlich zu einer Anpassung der Produktionsmenge und höheren Preisen führt. Es gibt für die Agrarpolitik keine andere Option als die Marktorientierung“, führt der Hogan weiter aus.

Der Kommissar erklärte, dass in Deutschland in diesem Jahre bereits 650‘000 Tonnen mehr Milch produziert worden ist als in der Vorjahresperiode. Die Bauern könnten deshalb nicht mehr auf diesem Niveau weiter produzieren. „Wir brauchen die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen EU und Deutschland, um die Lage der Milchbauern zu verbessern“, führt Hogan weiter aus.

In den vergangenen Monaten hat die EU nach eigenen Angaben bereits 420 Mio. Euro (462 Mio. Fr.) in Beihilfen und die Unterstützung durch den öffentlichen Ankauf von Butter, Käse und Magermilchpulver sowie Beihilfen zur privaten Lagerung dieser Produkte eingesetzt. Diese Hilfsmassnahmen umfassten 2015 rund 2,8 Millionen Tonnen Milchprodukte.

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