27.03.2014 11:27
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: Fast 90 Prozent floss ins A-Segment
89 Prozent der in der Schweiz produzierten Milch sind 2013 in das wertschöpfungsstarke A-Segment geflossen, teilt die Branchenorganisation Milch BOM am Donnerstag mit. 10,7 Prozent wurden für das B-Segment produziert, ins C-Segment gingen 0,3 Prozent der Milch. Die von Milchvermarktungsorganisationen gegründete Lactofama wird von der BOM begrüsst.

Seit dem 1. Juli 2013 gilt die Allgemeinverbindlichkeit für die Segmentierung des Milchmarktes. „99 % der in der Schweiz produzierten Milch werden seither bis zum Verkaufspunkt in je einem der drei Segmente gehandelt“, teilt die BOM mit. Nur „ganz“ kleine Milchverwerter seien von der Segmentierungspflicht ausgenommen, heisst es weiter.

„Markt im Gleichgewicht“

Das A-Segment umfasst die Milch, die für Milchprodukte im geschützten Inlandmarkt oder im gestützten Markt im In- und Ausland verwendet wird. 2013 wurden 89 Prozent der in der Schweiz produzierten Milch in dieses Segment geliefert. Dazu gehört mit wenigen Ausnahmen wegen der Verkäsungszulage Milch für den Käsesektor. „Dieser Milchmarkt bleibt zur Zufriedenheit der Branche von den tieferen Milchpreisen des B-Segments geschützt“, schreibt die BOM. 10,7 Prozent der Milch wurden im Gesamtjahresdurchschnitt von den Erstmilchkäufern im B-Segment gekauft.

Das C-Segment umfasst jene Milch, die im übrigen Milchmarkt nicht abgesetzt werden kann. Entsprechend werden hier Weltmarktpreise bezahlt. Für die Bauern muss die Produktion freiwillig sein. 2013 wurden nur von Januar bis April und im Dezember kleine C-Milch-Mengen gehandelt. Der Anteil an der gesamten produzierten Milch lag bei 0,3 Prozent. „Der Markt war im Gleichgewicht und dass in einem solchen Fall fast keine C-Milch produziert worden war, zeigt, dass das System funktioniert“, hält die BOM fest.

„Segmentierung unbestritten“

Die Segmentierung des Milchmarktes soll eine Reduktion des Preisdruckes auf die wertschöpfungsstarken Marktsegmente herbeiführen. „Die Märkte im A- und B-Segment sollen möglichst unbeeinflusst voneinander bestehen“, betont die BOM. In der Branche herrsche Einigkeit, dass dieses Ziel auch erreicht werde.

Die Segmentierung sei sowohl bei den Produzenten, den Verarbeitern als auch bei den Grossverteilern heute unumstritten. Der Unterschied zwischen dem Richtpreis der A- und B-Milch lag 2013 zwischen 4,7 und 7,5 Rappen pro kg Milch. Das Segmentierungssystem werde überprüft. Unternehmen, welche Milch im B-Segment (ungeschützt) oder im C-Segment (Weltmarkt) kaufen, müssten nachweisen, dass sie damit entsprechende Produkte herstellen würden. Die Kontrollen der Export- und Verarbeitungsbelege für 2013 finden in diesen Wochen statt.

Steigende Produktion beunruhigt BOM

2013 war die Produktion bis Mitte Jahr rückläufig. Danach stieg diese wieder an. Im Januar 2014 wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Produktionssteigerung von 4,5 Prozent registriert. Für die Monate Februar und März erwartet die BOM einen weiteren Anstieg. Deshalb bestünde nun wieder eine Gefahr für eine strukturelle Überproduktion. Die Situation sei beunruhigend, sagte BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Schlimm werde es, wenn auch im Herbst noch soviel mehr Milch als im Jahr davor produziert werde. Der aktuelle Preis für A-Milch sei mit 71 Rappen pro Liter so hoch wie schon lange nicht mehr.

Deshalb sei es wichtig, dass die Marktakteure mit Instrument C-Milch eine markgerechte Lösung ergreifen. Die von Milchvermarktungsorganisationen gegründete Lactofama mit dem Ziel, Verwerfungen am Milchmarkt zu verhindern, wird von der BOM begrüsst. „Das Exportunternehmen ist eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Segmentierungsmodells. Ihre Tätigkeit sollte aber auf die kurzfristigen Überschüsse reduziert bleiben“, hebt die BOM hervor. 

Es sei wichtig, damit keine Anreize für eine strukturelle Überproduktion entstehen zu lassen. Lactofama soll keine Widersprüche zum Segmentierungsmodell schaffen. „Denn als Instrument gegen die strukturellen Überschüsse ist das System der Segmentierung ideal“, schliesst die Mitteilung der BOM.

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