23.01.2014 09:54
Quelle: schweizerbauer.ch - Sandra Flückiger
Milch
Milch ist nicht gleich Milch
Für eine gesunde Ernährung sind für Judith Mudrak-Wasem Rohmilch und Rohmilchprodukte unverzichtbar. Sie setzt sich in den USA und der Schweiz dafür ein, dass das Naturprodukt wieder mehr Anerkennung erhält

In der Hälfte aller US-Staaten, in Kanada und Australien ist der Verkauf und Konsum von Rohmilch verboten. Für die 1975 durch Heirat in die USA ausgewanderte Schweizerin Judith Mudrak-Wasem sind Rohmilchprodukte zur Vermeidung moderner Zivilisationskrankheiten wie Asthma und Allergien aber unverzichtbar.

Tiere getötet

Die Bernerin kämpft in ihrer Wahlheimat an vorderster Front für die Legalisierung des Verkaufs und Konsums von Rohmilch, zusammen mit Ärzten, Wissenschaftlern und Rechtsanwälten. Sie gehört einer immer grösser werdenden Gruppe von Aktivisten an, die auch nicht davor zurückschrecken, Rohmilch von Staat zu Staat zu schmuggeln oder von der Industrie gesponserte «wissenschaftliche Studien» zu hinterfragen.

Sie zeigte  in ihrem Referat am Bio-Schwand anhand von Beispielen, wie naturnahe «Organic Farmer» von der Behörde schikaniert werden, ihre Tiere mit fadenscheinigen Argumenten beschlagnahmt und getötet werden und Farmer ungerechtfertigterweise im Gefängnis landen.

Kranke Gesellschaft

«Die amerikanische Gesellschaft ist sehr krank. Jedes achte Kind erhält Medikamente,» weiss Judith Mudrak und nennt gleich einen der Hauptgründe dafür: «Die industrielle Produktion von Lebensmitteln geht auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt.» Nur im Stall gehaltene Kühe, die mit Abfallprodukten aus der Ethanolproduktion, Getreide und Soja gefüttert würden anstatt mit Gras, seien nicht in der Lage gesunde Milch zu liefern.

Es gelte die Kleinbauern und Familienbetriebe zu unterstützen, ihnen mit gerechten Preisen ein Auskommen zu ermöglichen. Sie selber zahle bis vier Mal mehr für Rohmilch ab Hof als die pasteurisierte Milch im Supermarkt koste. In den Staaten gebe es mittlerweile gegen 15 Mio. aufgeklärte Rohmilchkonsumenten, die Zahl sei steigend.

Immer mehr Bauern würden auf den Zug aufspringen und ihre gesunden Produkte zu besseren Preisen direkt den Konsumenten anpreisen. Judith Mudrak-Wasem will auch Schweizer Bauern dazu ermuntern, im Direktverkauf wertvolle Rohmilchprodukte anzubieten. Sie sucht Kontakt zu Bauern.

Interessierte erreichen sie über ihre Website www.milchistnichtgleichmilch.com oder per E-Mail: rohmilchjudith@gmail.com

Buch liefert historische Fakten

Judith Mudraks Engagement gründet auf Erfahrung und Überwindung ihrer eigenen Stoffwechselkrankheit, die sie auf die Suche nach gesunder Grundnahrung brachte. Ihr Buch «Milch ist nicht gleich Milch» ist eine Zusammenfassung historischer Fakten über Milch in den USA und in der Schweiz. Während Tausenden von Jahren wurde Milch in unbehandeltem Zustand als Nahrungsmittel und Medizin gebraucht. Rohe Milch sei lebendig und in der Lage, Krankheitserreger zu vernichten. Pasteurisierte Milch mit toten Bakterien, verliere diesen immensen Wert für die Gesundheit. Wie war es möglich, dass aus dem Heilmittel Rohmilch ein Produkt geworden ist, vor dem gewarnt wird? Diesen Fragen geht die Autorin nach. sfu

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