17.09.2015 15:41
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milch: Produktion erstmals unter 2013-Wert
Auch im Juli haben die Bauern im Vergleich zum Vorjahr weniger Milch eingeliefert. Im Vergleich zu 2014 wurde im Juni 2015 fünf Prozent weniger produziert. Erstmals sank in diesem Jahr die Erzeugung auch unter den Wert von 2013.

Seit Januar 2015 sinken die Milcheinlieferungen im Vergleich zum Vorjahr. Im Juli betrug das Minus 5 Prozent oder 14‘005 Tonnen. Das ist das höchste Minus in diesem Jahr. Das geht aus der jüngsten Milchmarktstatistik von TSM hervor. Die Produktion im Juli betrug damit insgesamt 267‘467 Tonnen.

Erstmals in diesem Jahr erzeugten die Bauern im Monatsvergleich auch weniger Milch als 2013. Im Juli 2013 wurden 1,1 Prozent (270‘443 t) mehr gemolken als heuer. Für das deutliche Minus in diesem Jahr dürften hauptsächlich die hohen Temperaturen verantwortlich sein. Aber die tieferen Milchkuhbestände wirken sich auf die Einlieferungen aus.

Im August fällt Minus weniger hoch aus

Die kumulierte Milchproduktion in den ersten sechs Monaten dieses Jahres liegt um 2,3 Prozent oder 49‘714 Tonnen tiefer als in der Vorjahresperiode. Bis Ende Juli 2015 wurden gemäss TSM 2‘070‘218 Tonnen Milch erzeugt. Von Januar 2014 bis Juli 2014 lag die Produktion bei 2‘119‘932 Tonnen.

Gemäss ersten Schätzungen setzt sich die sinkende Produktion fort. Im August rechnet dbmilch.ch mit einem Minus von -0,7 Prozent. Auch im September wird mit abnehmenden Einlieferungen gerechnet.

Mehr Quark, massiv weniger Butter

Bei der Milchverwertung (nach Milchäquivalent) sind im Juli 2015 im Vergleich zum Vorjahresmonat die deutlichen Rückgänge bei der Butter (-15,8% auf 41‘444 t) und bei den Dauermilchwaren (-12,5% auf 21‘109 t) auffällig. Auch die Erzeugung von Konsummilch (-5,1% auf 29‘731 t) sowie von Konsumrahm (-4,9% auf 19‘199 t) ist rückläufig.

Praktisch unverändert blieb im Juli die Produktion von Käse. Diese sank marginal um 0,7% auf 122‘400 t. Damit wurde im Sommermonat fast 46 Prozent der Milch zu Käse verarbeitet. Zunehmend war im Juli die Herstellung von Quark (+23,7% auf 2‘544 t) sowie von Jogurt (+5,9% auf 9,903 t).

2015: Mehr Rahm, weniger Dauermilchwaren und Butter

Werden die ersten sieben Monate des Jahres 2015 betrachtet, fällt vor allem das Minus von 7,6 Prozent (17‘935 t) bei den Dauermilchwaren auf 218‘274 Tonnen auf. Auch die Kategorie „übrige Frischmilchprodukte (inkl. Speiseeis)“ erlitt ein Rückgang von 5,5 Prozent (3‘752 t) auf 64‘421 Tonnen. Rückläufig ist in diesem Jahr bisher auch die Butterproduktion. Die sank im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5,3 Prozent (-20‘015t) auf 355‘191 Tonnen.

Die Käseherstellung ist in den ersten sieben Monaten ebenfalls tiefer ausgefallen. Die Produktion sank um 1,3 Prozent (-10'831t) auf 845'940 Tonnen. Rund 41 Prozent der Milchverwertung entfiel damit im ersten Halbjahr auf die Käseerzeugung. Auch abnehmend war in den ersten Monaten die Herstellung von Konsummilch. Diese sank um 3,3 Prozent auf 227‘174 t.

Eine zunehmende Produktion in den ersten sieben Monaten wurde beim Konsumrahm (+ 4,8% oder 7‘579 t) auf 166‘542 t beobachtet, obwohl im Juli die Produktion abnehmend war. Auch beim Quark lag die Erzeugung höher als in der Vorjahresperiode. Das Plus fiel mit 23,6% (3‘537t) auf 18‘545 t deutlich aus. Aber nur 0,9 Prozent der Gesamt-Verwertung in den ersten sieben Monaten entfiel auf den Quark.

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