16.10.2020 06:35
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Deutschland
Milcherzeugungskosten steigen
Laut der vierteljährlich aktualisierten Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) sind die Milcherzeugungskosten in Deutschland weiter gestiegen.

Die Milcherzeugungskosten sind in Deutschland im letzten Quartal weiter gestiegen, während für den gleichen Zeitraum der durchschnittliche Auszahlungspreis gesunken ist, wie die Pressestelle des European Milk Boards (EMB) meldet.

Im Vergleich zum Januar 2020 sind die Produktionskosten um über einen Cent gestiegen und betrugen im Juli 46,95 ct/kg (50,32 Rp.). Der Milchpreis sank um genau zwei Cent und lag Mitte 2020 bei nur 31,24 ct/kg (33,50 Rp.). Die aktuellen Ergebnisse zeigen eine deutliche Unterdeckung von 33%. Den Milchproduzentinnen und -produzenten fehlen demnach 15 Cent (16 Rp.) pro Kilogramm Milch um kostendeckend produzieren zu können.

Der deutsche Milcherzeugerverband (BDM) fordert deshalb die Schaffung einer Branchenorganisation Milch. Für Frank Lenz, den Vorstandsvorsitzenden der MEG Milch Board, steht fest: Die traditionelle Milchproduktion steckt in einer Sackgasse.

Lenz: „Wir produzieren immer mehr Milch in einen Markt hinein, der - was den Binnenmarkt anbelangt - gesättigt bis rückläufig ist und über den Weltmarkt mit qualitativ minderwertigen Produkten (Pulver, Blockkäse) eine viel zu niedrige Wertschöpfung abwirft. Die Milchproduzenten versucht man mit Tierwohlauflagen „fit für den Markt“ zu machen. Es ist mehr denn je an der Zeit, dass wir Milchbäuerinnen und Milchbauern uns auf den Weg machen und selbst formulieren, wie wir in Zukunft Milch produzieren können, um damit am Markt Preise zu erzielen, von denen wir leben und unsere Betriebe entwickeln können. Viele Direktvermarkter zeigen, welche Modelle tragfähig sind.“ 

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