10.01.2017 18:46
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/rab
Milchmarkt
«Milchpreis muss deutlich steigen»
In Europa und in der Schweiz seien die produzierten Milchmengen weiter rückläufig. In Europa hätten die Milchpreise den absoluten Tiefpunkt verlassen. Und in der Schweiz?

Das fragt BIG-M in ihrer neuesten Mitteilung. Eine deutliche Steigerung sei nach wie vor nicht angekündigt. Vonseiten der Molkereien hiess es lediglich: «Die Differenz zum Ausland hat sich verkleinert.» Damit sei die Geduld der Produzenten langsam, aber sicher zu Ende, schreibt BIG-M in einer Mitteilung am Dienstag. Die Organisation fragt sich, ob sich die Entscheidungsträger in der Milchbranche überhaupt bewusst seien, dass auf die Dauer kein Bauer die Milch unter den Kosten liefern könne und früher oder später gezwungen sei, die Produktion einzustellen.

Der Milchpreis für die Produzenten beträgt gemäss der Organisation im Januar 53 bis 58 Rappen. Der Richtpreis für Milch im A-Segment liegt bei 65 Rappen je Kilo. Die Preise müssten nun steigen, fordert BIG-M. Dazu müsste die Branche die Milchkaufverträge so durchsetzen, dass keine Überschüsse mehr auf den Markt gelangen. "Diese bringen nämlich unweigerlich den Milchpreis unter Druck", betont BIG-M. Das erleben viele Molkereimilchproduzenten zur Zeit, heisst es weiter. 

Überschüsse werden derzeit gemäss BIG-M im Ausland verramscht. In diesen Dumpingexporten sei in der Regel auch noch Bundesgeld im Spiel. "Anders ist nicht zu erklären, dass gemäss Oberzolldirektion lastwagenweise Käse zu einem Preis von weniger als 2 Fr pro Kilo in EU Länder exportiert worden ist", betont BIG-M in der Mitteilung. 

BIG-M wird eine neue Serie von Milchpreistafeln drucken lassen. Damit wolle man Forderung für einen fairen Milchmarkt wieder vermehrt sichtbar machen. Wer eine alte, verwitterte Tafel habe, solle diese jetzt ersetzen. BIG-M werde wieder dezentrale Depots organisieren, wo die Tafeln für 15 Franken abgeholt werden könnten.


SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE