29.09.2015 12:38
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Milchmarkt
Milchpreis: Volatilität nimmt zu
In den vergangenen 15 Jahren kann beim Produzentenpreis für Milch in der Schweiz eine insgesamt steigende Volatilität mit immer grösseren Schwankungen beobachtet werden, wie eine Analyse des BLW zeigt.

Nach einer Periode mit steigender Volatilität und geringen Schwankungen zwischen 2000 und 2006 zeichnete sich der Milchpreis in den Jahren 2007 bis 2014 durch eine abwechselnd steigende und sinkende Volatilität mit stets ausgeprägteren Schwankungen aus, wie der Fachbereich Marktbeobachtung des BLW im aktuellen Marktbericht Milch festhält.

Zwischen Januar 2000 und Juli 2015 sank der Milchpreis um 26 Prozent (20 Rp./kg) auf 59,90 Rp./kg. Seit 2007 der Käsemarkt liberalisiert wurde, sind auch die globalen Schwankungen von Angebot und Nachfrage in der Schweiz stärker spürbar. Der Milchmarkt ist damit vermehrt starken Volatilitätsschwankungen ausgesetzt. Die höchste Volatilität (Ausschlag und Häufigkeit von Schwankungen des Milchpreises in einem gegebenem Zeitraum -> Grafik1: Abweichung der Monatspreise vom Jahresmittel) wurde im Jahr 2008 gemessen. Anschliessend bildete sich diese zurück. Auch im 2013 wurde wieder eine erhöhte Volatilität beobachtet.

Die annualisierte Volatilität zeigt, dass die Volatilität in den Nachbarländern 2007 (Grafik 2) ihren Höhepunkt erreicht. In der Schweiz hingegen wurde der Höchstwert ein Jahr später verzeichnet. Diese Jahre waren geprägt von der weltweiten Rohstoffknappheit und grossen Nachfrage nach
Milchprodukten. Dies war insbesondere auf das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer zurückzuführen, schreiben die Marktexperten. Das Resultat waren stark steigende Milchpreise. Aus der Grafik geht hervor, dass die Volatilität in Zeiten steigender Milchpreise tendenziell stärker ausfällt. 

Insgesamt fällt die Volatilität (Grafik 3) des Milchpreises in der Schweiz schwächer aus als in den benachbarten EU-Staaten. Während die Schweiz zwischen 2006 und 2015 eine nicht annualisierte Volatilität (Abweichung der Monatspreise vom Jahresmittel) von 9 Prozent aufweist, liegt diese in Deutschland bei 15, in Österreich und Frankreich bei 12 Prozent.

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