28.11.2019 12:48
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Lebensmittelverschwendung
Mit «Food Ninjas» gegen Food Waste
In der Schweiz landen ein Drittel aller essbaren Lebensmittel im Abfall. Eine breite Allianz von Bund, Kantonen, Gemeinden, Unternehmen und Verbänden unter der Leitung der Stiftung Pusch nimmt nun mit Tipps und Wissen den Kampf gegen Food Waste auf.

Jährlich werden 2,8 Millionen Tonnen an Lebensmitteln von ihrem Weg vom Feld bis zum Teller weggeworfen, stellt die Stiftung Praktischer Umweltschutz (Pusch) in einer Mitteilung zu ihrer Medienkonferenz vom Donnerstag fest. Laut Berechnungen des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) gehen allein pro Person und Jahr in Schweizer Haushalten rund 90 Kilogramm essbare Lebensmittel verloren.

Ethisch verwerflich

Der Food Waste belastet nicht nur das Portemonnaie, sondern schadet auch der Umwelt. Gemeinsam mit rund 70 Partnern, darunter beispielsweise der Schweizer Bauernverband, die Stiftung für Konsumentenschutz oder das Bafu, wird unter dem Titel «Save Food, Fight Waste» eine nationale Kampagne gegen die Lebensmittelverschwendung lanciert.

In der Gastronomie und in Privathaushalten ist die Vermeidung von Food Waste dabei besonders wichtig. Je später in der Wertschöpfungskette Lebensmittel verloren gehen, desto höher ist nämlich die Umweltbelastung. Die Verschwendung von Lebensmitteln verschärfe ökologische, wirtschaftliche und soziale globale Herausforderungen und sei ethisch verwerflich, hiess es an der Medienkonferenz.

Webplattform 

Sogenannte «Food Ninjas» sollen Konsumentinnen und Konsumenten zeigen, wie sie Lebensmittelabfälle wirksam vermeiden können. Auf der Webplattform www.savefood.ch zur Verfügung gestellt wird zudem Hintergrundwissen, etwa Orientierungshilfen zur Haltbarkeitsverlängerung oder Tipps für den Umgang mit Resten unterwegs.

Nach Jahren der gemeinsamen Anstrengung seien die Schweizerinnen und Schweizer inzwischen Weltmeister im Recycling, heisst es in der Medienmitteilung. Bei einem vergleichbaren Effort werde es die Schweiz auch schaffen, den Food Waste drastisch zu reduzieren.

Die Gesamtkosten der Food-Ninja-Kampagne belaufen sich auf rund 2 Millionen Franken für die gemeinsamen Aktivitäten. Darüberhinaus kommen Kosten, welche beteiligte Organisationen für Eigenleistungen, z. B. in der Kommunikation aufwenden. 35% der 2 Millionen stammen von der öffentlichen Hand: rund 300'000 Franken vom Bund, rund 300'000 Franken von den Kantonen und 150'000 Franken von den Gemeinden und Abfallzweckverbänden. 25% der Gelder kommen von Privaten, wozu auch Nichtregierungsorganisationen wie der WWF gezählt werden. 40% der finanziellen Mittel stammen von vier Stiftungen: Avina, Mercator, Corymbo und Leopold Bachmann. sal 

Landwirtschaft: 9 Prozent

Die Landwirtschaft ist für neun Prozent des gesamten Food Waste verantwortlich. Die beiden Hauptgründe dafür sind gemäss dem Schweizer Bauernverband: 1. Unverkäufliche Ware aufgrund von mehr oder weniger grossen Abweichungen von den Handelsnormen. Das Rüebli zu krumm, die Gurke zu lang, der Apfel mit oberflächlichen Flecken oder die Kartoffel mit Schorf auf der Schale. 2. Ein zu grosses Angebot für die aktuelle Nachfrage. 

Ein Fünftel der unverkäuflichen Ware landet in der Tierfütterung und wird damit - über einen Umweg - wieder zu Lebensmitteln. Der Rest wird in Biogasanlagen zu Strom und Wärme umgewandelt und die Kompost-Überreste gelangen als Dünger wieder auf die Felder. 

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