22.02.2016 17:50
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Solothurn
Mit Initiative gegen Auswüchse
An ihrer Versammlung beschlossen die Delegierten am Montag eine Namensänderung vom Solothurnischen zum Solothurner Bauernverband. Präsident Andreas Vögtli sprach sich deutlich gegen die Auswüchse industrieller Landwirtschaft aus.

Die Delegierten stimmten der Namensänderung zu Solothurner Bauernverband an der Delegiertenversammlung am Wallierhof zu. Der Verband folgt damit dem Schweizer Bauernverband, der seinen Namen 2013 entsprechend geändert hatte. Zudem wird die Anzahl Delegierter leicht erhöht. Neu erhalten die Bezirksvereine einen Delegierten pro 12 Mitglieder, bisher gab es einen pro 20 Mitglieder. Damit soll die Delegiertenversammlung repräsentativer werden.

Naville in der Kritik

SOBV-Präsident Andreas Vögtli ging in seiner Eröffnungsrede auf die kürzlichen Äusserungen von Martin Naville von der Handelskammer Schweiz-USA ein. Dieser hatte in einem Interview gesagt, dass die Bauern der Wirtschaft nicht im Weg stehen dürften und Produkte dort produziert werden sollen, wo sie am effizientesten hergestellt werden.

„Bei dieser Aussage muss man sich fragen, ob der gesunde Menschenverstand total abhanden gekommen ist“, so Vögtli mit Blick auf die sozialen, ethischen und ökologischen Probleme industrieller Landwirtschaft. „Industrielle Landwirtschaft, geprägt von krankhaftem Verlangen nach steigenden Börsenkursen und hohen Dividenden, hat nichts mehr mit nachhaltiger Nahrungsmittelproduktion zu tun“. Gegen solche Auswüchse müsse man sich wehren, mit der Ernährungssicherheits-Initiative des Bauernverbandes sei man auf dem richtigen Weg.

Agrarpolitik weniger visionär

Bauernsekretär Peter Brügger hielt einen Ausblick auf die künftige Agrarpolitik. Diese sie wenig visionär. Der Bundesrat habe nicht vorgesehen, die produktiven Leistungen stärker zu unterstützen, so Brügger. Dieser werde auch nicht dazu bereit sein, irgendwo den Grenzschutz zu verschärfen.

Es werde mit der Verlagerung der ökologischen Direktzahlungen auf die höhere Qualitätsstufe für viele Betriebe schwieriger, Einkommensverluste durch stärkere Beteiligung an Ökoprogrammen zu kompensieren. Denn die ökologische Qualität lasse sich nicht einfach herstellen, sondern hänge von vielen Faktoren wie zum Beispiel den Böden ab.

Für den Schweizer Bauernverband äusserte sich der stv. Direktor Urs Schneider zur Initiative für Ernährungssicherheit. Er stellte den Zeitplan und die Abstimmungskampagne vor. Während des ganzen Jahres läuft eine Vorkampagne. Vor der Abstimmung - die frühestens im November, wahrscheinlich aber erst 2017 stattfinden wird - wird es eine Abstimmungskampagne geben. Stark einbezogen werden dann auch die kantonalen Bauernverbände.

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