9.03.2013 08:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Mit Laserpistole Pferdefleisch aufspüren
Die Arbeitsgruppe Laserspektroskopie an der TU Berlin hat eine Laserpistole entwickelt, mit der es möglich ist, innerhalb von wenigen Sekunden verschiedene Fleischsorten wie Schwein, Rind, Truthahn und Huhn zu unterscheiden.

Dadurch fällt beispielsweise Pferdefleisch als „Fremdfleisch“ im Spektrum auf. In der Laserpistole befindet sich eine kleine rote Laserdiode, die einen Lichtblitz von einer Sekunde in das Fleisch schiesst. Das Licht wird im Fleisch gestreut, und dieses Streulicht erhält die Information der Fleischsorte und sogar zusätzlich noch eine Aussage über das Alter des Fleisches.

Der Forschungsgruppe ist es nach Angaben der TU Berlin inzwischen gelungen, mit der Raman-Laserpistole selbst exotische Fleischarten wie Kamel-, Krokodil- und Pythonfleisch zu identifizieren. Die Laserpistole wurde in dem mit 3 Mio. Euro (3,66 Mio. Fr.) vom deutschen Bundesbildungsministerium geförderten Verbundprojekt „FreshScan“ entwickelt, um die Frische von Fleisch zu identifizieren. Das Gerät hatte bereits als Detektor im Zusammenhang mit dem „Gammelfleischskandal“ im Jahr 2007 für Schlagzeilen gesorgt.

Inzwischen wurde die Laserpistole noch weiterentwickelt. So sind heute sogar Messungen im Hinblick auf Frische und Sorte des Fleisches selbst durch die Verpackung möglich. Die Laserpistole liegt als Prototyp am Fachgebiet der TU Berlin vor.

Die Laserspektroskopie ist nicht die einzige Methode, an der Wissenschaftler arbeiten, um Lebensmittelskandale in Zukunft zu verhindern. Das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME-AE) hat beispielsweise ein Verfahren entwickelt, dass auf einer speziellen molekularbiologischen Analytik basiert.

Dabei wird nach minimaler Probenvorbereitung ein spezifisches Muster der Erbsubstanz ausgelesen, wodurch simultan selbst geringste Anteile von Fleisch einer bestimmten Tierart in Lebens- und Futtermitteln sicher identifiziert werden kann.

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