30.05.2020 07:24
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Betriebsführung
Mit mobilen Käsereien gegen Food Waste
Wenn auf der Alp keine geeignete Käserei vorhanden ist, kann hochwertige Alpenmilch manchmal nicht verarbeitet werden. Schade, fanden die Geschwister Aileen und Lloyd Zumstein – und schufen mit mobilen Käsereien eine gute und einfache Lösung.

Auf der Alp Meeren im Kanton Glarus musste ein Grossteil der feinen Alpenmilch, die dort über die Sömmerungszeit täglich anfällt, weggeschüttet werden. Es war für die beiden Älpler schlichtweg unmöglich, die Milch jeden Tag zu Fuss zum tiefergelegenen Stafel zu transportieren. Von diesem Missstand erfuhr Aileen Zumstein eines Tages über eine Kollegin. Wertvolle Milch einfach wegschütten? Das geht doch einfach nicht, fand die junge Frau. Als einer der beiden Älpler von der Alp Meeren, Patrick Peer, die Idee zu einer mobilen Käserei äusserte, war es für sie und ihren Bruder Zeit zum Handeln. Denn eine solche Pop up-Käserei könnte genau dort zum Einsatz kommen, wo sie auch gebraucht wird. Nach einer erfolgreichen Testphase mit dem Prototyp einer mobilen Käserei auf der Alp Meeren, gründeten die beiden Jungunternehmer das Start-up-Unternehmen Monalp AG.

Mittlerweile ist bereits ein zweiter mobiler Käserei-Container entstanden. Er kommt diesen Sommer auf der Alp Nünenen im bernischen Gantrischgebiet zum Einsatz. Der Betrieb einer solchen Pop up-Käserei braucht nur wenige Grundvoraussetzungen: Strom, Wasser, eine ausreichende Menge an Milch und das Wissen wie man Käse herstellt. Wichtig ist dabei auch eine gute Zusammenarbeit mit den Alpgenossenschaften. Ziel von Aileen und Lloyd Zumstein wäre der Einsatz von insgesamt sechs mobilen Käsereien – und zwar rund ums Jahr und nicht nur während der Sömmerungssaison. Der erste Schritt dazu haben die beiden getan und die zweite Alpsaison mit der Option zu einer mobilen Käserei beginnt schon bald.

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