13.03.2018 09:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Genf
Modernste Recycling-Anlage bei Genf
Im Kanton Genf ist die modernste Abfallverwertungsanlage der Schweiz im Entstehen. Die Anlage ist vollautomatisiert und erlaubt es dem Kanton - ohne Sackgebühr - die Recyclingquote auf über 50 Prozent zu steigern.

Der Genfer Regierungsrat Luc Barthassat hat am Montag in Satigny GE den Grundstein der Recyclinganlage Sortera gelegt. Nach seinen Angaben wird der Kanton Genf in 18 Monaten die modernste Abfallwiederverwertungsanlage der Schweiz besitzen. 

Roboterarme trennen Stoffe

Die Abfalltrennung wird vollständig von Robotern übernommen, was aber nicht heisst, dass keine Menschen mehr gebraucht werden. Die Firma sogetri, welche die Anlage betreibt und heute dreissig Mitarbeitende beschäftigt, wird sogar noch zehn Angestellte mehr brauchen.

Auf einer Fläche von 20'000 Quadratmetern wird die Hightech-Anlage in Satigny pro Jahr über 70'000 Tonnen Abfälle aus der Industrie, von Baustellen oder von Firmen aufbereiten. Zum Einsatz kommen Roboterarme, welche Metalle, Papier, Karton, Holz und andere Stoffe entweder optisch oder aufgrund des Gewichts trennen.

Recyclingrate von mehr als 70 Prozent

Ab 2019 werde Sortera den Unternehmen im Kanton Genf erlauben, dass sie ihre reglementarischen Pflichten des Verursacherprinzips erfüllen könnten, betonte Barthassat. Nach Angaben der Firma sogetri wird in der Schweiz zum ersten Mal eine Abfallverwertungsanlage eine Recyclingrate von mehr als 70 Prozent statt 30 Prozent erreichen.

Gleichzeitig kann das Verbrennungsvolumen auf 20 Prozent gesenkt werden. Dies bedeutet eine Einsparung des CO2 in der Grössenordnung von 3332 Tonnen, was zehn Hin- und Rückflügen eines Airbus A380 zwischen Paris und New York mit 250 Passagieren an Bord entspricht. Nach der Inbetriebnahme von Sortera in Satigny soll in der Stadt Genf eine zweite Anlage eine Vorsortierung vornehmen. Da die beiden Orte per Bahnlinie verbunden sind, kann die Zahl der Lastwagenfahrten künftig reduziert werden.

Ziel ohne Sackgebühr erreichen


Genf ist der letzte Kanton in der Schweiz, der noch keine Sackgebühr eingeführt hat. Die Behörden hatten erklärt, sie wollten die vom Umweltschutzgesetz verlangten Ziele durch neue Technologien und durch Sensibilisierungskampagnen erreichen.

Industrie und Privathaushalte zusammengerechnet, soll der Anteil an wiederverwertetem Abfall nach Inbetriebnahme der neuen Anlagen um gesamthaft zwei Prozent auf über 50 Prozent erhöht werden. Dies erlaube es, sich den Zielen des Bundes zu nähern, ohne die Sackgebühr einzuführen, wie Barthassat vor den Medien ausführte.

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