23.12.2012 18:41
Quelle: schweizerbauer.ch - Claudine Nyffenegger
Freiburg
Nach tragischem Unfall wird nun produziert
Mit Verspätung konnte die Fabrikation von Greyerzerkäse AOC am neuen Standort in Charmey aufgenommen werden. Die Inbetriebnahme hatte sich durch einen tragischen Unfall Ende August 2012 verzögert.

Eigentlich hätte der 31. August 2012 der grosse Tag der Eröffnung der gemeinsamen Anlage der Käserei Charmey und des Alpkäsereifungslagers La Tzintre werden sollen. Nach längerem Hin und Her bezüglich Standort und Form der Zusammenarbeit war das 10-Millionen-Gebäude erstellt und betriebsbereit, als sich ein Tag vor der Eröffnung im Heizungskeller eine Explosion ereignete. Die Folgen waren tragisch, eine Person kam ums Leben, vier weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Untersuchung im Gange

Die Explosion beschädigte vor allem die Installationen der Käserei. Die seit Juni eingelagerten Alpkäse erlitten dagegen keinen Schaden. Als Unfallursache wird menschliches Versagen angenommen, Untersuchungen sind noch im Gange, informierte der Präsident der Baukommission Jean-Paul Meyer anlässlich der Inbetriebnahme am vergangenen Montag. 

Die Käsereigenossenschaft Charmey war in ihrer Dorfkäserei an Kapazitätsgrenzen bezüglich Fabrikation und Lagerung gestossen und befasste sich mit einem Neubau, erklärte ihr Präsident Robert Repond. Auch die Genossenschaft der Alpkäsereien suchte nach neuen Lösungen, weil die Lagerung der rund zwei Tonnen Alpgreyerzer und Vacherin in sieben verschiedenen Kellern nicht befriedigte, ergänzte der Präsident der Freiburgischen Alpkäsereigenossenschaften André Remy.

Ein gemeinsames Projekt leuchtete umso mehr ein, als die Käserei ihre Produktionsspitze jeweils in den Monaten Dezember/Januar aufweist und die meisten Alpkäse im August/September eingelagert sind.

Drei Keller

Das neue gemeinsame Flachdachgebäude steht in der Gewerbezone ausgangs Charmey Richtung Jaunpass. In drei Kellern reifen während rund zwanzig Monaten 5'000 Laib Alpgreyerzer und 1'000 Vacherinkäse von der Genossenschaft der 35 Alpkäseproduzenten. In der Fabrikationshalle werden in drei Kessi die rund zwei Millionen Liter Jahresmilch der 20 Lieferanten der Käsereigenossenschaft Charmey zu Greyerzer und Vacherin AOC verarbeitet und gelagert. Das gemeinsame Projekt erlaubte es, Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen.

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