27.09.2014 06:27
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Sömmerung
Nässe wirkt noch 2015 nach
Der Alpsommer 2014 wird als zu nass in Erinnerung bleiben. Immerhin schneite es dafür nie tief herunter. Heuer hatten vor allem einstafelige, tiefer gelegene Alpen zu kämpfen. Und die Probleme gehen nächstes Jahr weiter.

Die Saison der Alpabzüge ist schon fast vorüber. Jetzt sind höchstens noch Rinder oder Schafe auf den Alpen. Der Alpsommer 2014 bleibt den Älplern als regenreich in Erinnerung. «Insgesamt war der Sommer zu nass und zu kühl», sagt Jörg Beck, Geschäftsführer des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes (SAV). Die Auswirkungen seien regional jedoch höchst unterschiedlich gewesen. «So hatten die Alpbewirtschafter im Wallis kaum mit Trockenheit zu kämpfen und entsprechend genügend Futter», fügt er an.

Trittschäden

Einstafelige, eher tiefer gelegene Alpen hätten jedoch stark unter den vernässten Böden gelitten. Trittschäden seien die Folge, mit denen die Älpler auch noch in den nächsten Sommern zu kämpfen hätten: «Unkrautdruck und Nässe werden zunehmen.» Zwar war der Alpsommer nass, aber nicht von Kälteeinbrüchen geprägt. Das war für die höher gelegenen Alpen, etwa im Kanton Graubünden, gut.

«Positiv zu vermerken ist, dass auf unseren Hochalpen keine Schneefälle und kaum Frost zu verzeichnen waren», sagt Curdin Foppa, Leiter Beratung am Plantahof in Landquart GR. Für das Alppersonal habe der Sommer aber trotzdem kaum den Erwartungen entsprochen: «Insbesondere auf den Kuhalpen sind nasse Sommer mit Mehrarbeit verbunden. Die Euter müssen besser gereinigt werden, und auch der Klauenpflege muss vermehrt Sorge getragen werden.»

Trotz den Problemen gehe er davon aus,  dass die Alpkäsemenge etwas grösser sein wird als in den letzten Jahren. «Die Sennen berichten durchwegs von einer überdurchschnittlichen hohen Alpmilchproduktion», begründet er.

Weniger Alpkäse

Punkto Alpkäse tönt es im Kanton Bern etwas weniger positiv. «Während zu Beginn der Alpzeit die Milchmenge sicher sehr gut stimmte, gingen die Leistungen in diesem Jahr wegen des vergleichsweise schlechten Nachwachsens der Weiden stärker zurück als in anderen Jahren», betont Martin Jutzeler, Regionalleiter Beratung am Inforama Berner Oberland.

Der Alpabzug sei etwa eine Woche früher als sonst erfolgt. Deshalb sei die Alpkäsemenge wohl etwas tiefer als im Durchschnitt. «Allerdings macht es auch nichts, wenn etwas weniger Käse auf den Markt kommt, denn der Absatz ist nicht mehr so einfach ist wie auch schon», betont der Alpberater Jutzeler.

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