18.12.2014 08:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Konjunktur
Nationalbank führt Negativzinsen ein
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verschärft ihren Kampf um den Euro-Mindestkurs und gegen Deflationsgefahren. Sie führt Negativzinsen ein, wie die SNB am Donnerstag überraschend mitteilte.

Die Nationalbank wird Guthaben auf ihren Girokonten, also die Guthaben der Banken bei der SNB, mit einem Zins in Höhe von −0,25 Prozent belasten. Der Negativzins wird ab 22. Januar 2015 bis auf weiteres erhoben. Der Freibetrag beträgt pro Kontoinhaber mindestens 10 Mio. Franken. Mit der Massnahme strebt die SNB an, dass ihr Leitzins in den negativen Bereich fällt. Daher dehnt sie das Zielband für den massgeblichen Dreimonats-Libor auf −0,75 bis 0,25 Prozent aus und erweitert es auf seine übliche Breite von einem Prozentpunkt.

Die Einführung von Negativzinsen mache das Halten von Frankenanlagen weniger attraktiv und unterstütze damit den Mindestkurs, erklärte die SNB. Sie bekräftigte sogleich den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro und ihre Bereitschaft, wenn nötig unbeschränkt Devisen zu dessen Durchsetzung zu kaufen.

Der Mindestkurs bleibe das zentrale Instrument, um eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen durch eine Aufwertung des Frankens zu verhindern. In den letzten Tagen hätten verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt
Unmittelbar nach der Ankündigung kletterte der Euro auf 1,2080 Fr. an. In den letzten Tagen hatte er an der Marke von 1,2010 Fr. geklebt und damit nahe am Mindestkurs.

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