4.01.2016 18:03
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Direktzahlungen
Nationalräte legen Direktzahlungen offen
Zwei Bäuerinnen und 14 Bauern wurden im vergangenen Oktober in den Nationalrat gewählt. Der SonntagsBlick befragte 11 Landwirte nach der Höhe ihrer Direktzahlungen. Acht Bauern gaben Auskunft, drei schwiegen. Die Summen bewegen sich zwischen 27‘000 und 181‘000 Franken.

In der Wintersession gelang es den bäuerlichen Vertreter, Kürzungen im Agrarbudget abzuwenden. In den Medien wurden die Bauern anschliessend teils als Abzocker oder als Subventionsjäger beschimpft. Der «Blick» etwa titelte: «Alle anderen müssen sparen – nur die Bauern kassieren weiter». Oder: «Sparen sollen andere – 26,7 Millionen Schoggigesetz-Geld für die Bauern». Sehr oft wird die gleichbleibende Direktzahlungssumme als Aufstockung dargestellt.

Drei zieren sich

Der SonntagsBlick hat in seiner jüngsten Ausgabe das Thema Direktzahlungen thematisiert. Die Zeitung hat 11 Landwirtinnen und Landwirte, welche als Nationalrat amten, über die Höhe ihrer Direktzahlungen befragt. Acht Landwirte gaben Auskunft, die neugewählten Marcel Dettling (SVP/SZ) und Jacques Nicolet (SVP/VD) sowie der ehemalige Bauernverbandspräsident Hansjörg Walter wollten sich nicht dazu äussern.

Nicolet sagte gegenüber dem SonntagsBlick, dass die Höhe rund 15 Prozent des Betriebsumsatzes ausmache. Er bewirtschaftet den Betrieb zusammen mit dem Sohn. Walter sagte, er weise auf der Website die Grösse seines Hofes aus.

Weltmeister in Sachen Umwelt- und Tierschutz

Andere Nationalräte gaben sich offener. So unter anderem der Bündner Neo-Nationalrat Duri Campell (BDP). Er führt zusammen mit einer anderen Familie und einem Angestellten in Cinuos-chel bei S-chanf eine Betriebsgemeinschaft. Auf 1650 m.ü.M. bewirtschaften sie 67 Hektaren Land, dazu kommen neun Milchkühe, 15 Mastkälber und 80 Aufzuchtrinder. 2014 wurde die Betriebsgemeinschaft mit 181‘250 Franken Direktzahlungen bedacht. Das sei zwei Drittel des Gesamtumsatzes, so Campell. „Wir Bauern können unsere Leistung stolz sein“, so Campell. In Sachen Umwelt- und Tierschutz sei die Schweiz Weltmeister. Und das koste etwas, so Campell.

Auch der neugewählte Pierre-André Page (SVP/FR) aus Châtonnaye legte seine Zahlungen offen. Auf seinem Betrieb auf 700 m.ü.M. bewirtschaftet er 60 Hektaren Land. Er produziert mit seinen 45 Kühen 365‘000 Kilo Milch, die zu Gruyère und Freiburger Vacherin verkäst werden. Vom Betrieb würden zwei Familien leben, betont Page gegenüber SonntagsBlick. Er erhielt 2014 Direktzahlungen im Umfang von 58‘153 Franken.

Bauernverbandspräsident erhielt 85‘000 Franken

Der Berner Nationalrat Erich von Siebenthal (SVP) führt in Gstaad mit seinem Sohn einen 29 Hektaren grossen Biobetrieb. 2014 erhielt er Direktzahlungen in der Höhe von 110‘000 Franken. Bauernverbandspräsident Markus Ritter (CVP/SG) bewirtschaftet in Altstätten einen 28 Hektaren grossen Biobetrieb. Sein Betrieb erhielt 2014 Direktzahlungen von 85‘018 Franken.

Der Berner Nationalrat Andreas Aebi (SVP) bewirtschaftet in Alchenstorf 22 Hektar Land und 7 Hektar Wald. Die Direktzahlungen im Jahr 2014 betrugen 56‘586 Franken. Markus Hausammann (SVP/TG) bewirtschaftet in Langrickenbach 20 Hektar Land. Er ist Milchproduzent, hält aber auch Mast- und Aufzuchtkälber. Er erhielt 2014 Direktzahlungen in der Höhe von 50‘749 Franken.

Auch Bundesrat Parmelin gab Direktzahlungen bekannt

SVP-Parteipräsident und Landwirt Toni Brunner gab die Höhe seiner Direktzahlungen während der Talk-Sendung „Schawinski“ auf dem TV-Sender SRF bekannt. Brunner erhielt 2014 35‘000 Franken in Form von Direktzahlungen. Christine Buillard-Marbach (CVP/FR), die in Ueberstorf zusammen mit ihrem Mann einen 29 Hektaren Ackerbaubetrieb bewirtschaftet, erhielt 2014 Direktzahlungen in der Höhe von 27‘000 Franken.

Bundesrat Guy Parmelin bewirtschaftete zusammen mit seinem Bruder eine Wein- und Ackerbaubetrieb. 2014 erhielten die Gebrüder Parmelin Direktzahlungen von rund 67‘000 Franken. Nicht befragt von SonntagsBlick wurden Biobäuerin Maya Graf (Grüne/BL), Gemüseproduzent Walter Müller (FDP/SG), Meisterlandwirt Jakob Büchler (CVP/SG) und Landwirt Jean-Pierre Grin (SVP/VD).

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