12.04.2019 17:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/pd
Wallis
Neue Käserei für 6,4 Millionen
Der Startschuss zum Bau der neuen Molkerei von Orsières VS ist in Anwesenheit des Vorstehers des Departements für Volkswirtschaft und Bildung, Christophe Darbellay, am Dienstag offiziell erfolgt. Die Molkerei, die Teil des Regionalprojekts Grand-Entremont ist, wird sowohl Produktionsstätte als auch Verkaufspunkt von regionalen Produkten sein.

Die Molkereigenossenschaft Orsières hat offiziell den ersten Spatenstich für den Bau ihrer neuen Molkerei gesetzt. Diese ist Teil des globalen Projekts zur regionalen Entwicklung (PRE) Grand-Entremont. Das PRE wurde am 8. Juni 2017 vom Grossen Rat genehmigt und war Gegenstand der am 1. September 2017 vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), dem Kanton Wallis und der Association de promotion de l'agriculture du Grand Entremont (APAGE) unterzeichneten Rahmenvereinbarung. Das PRE unterstüzt Projekte im Berich Milch, Fleisch, Pflanzen, Honig und Agrotourismus.

Der aktuelle Standort der Molkerei – mitten im Dorf von Orsières – ist nicht ideal. Die neue Infrastruktur befindet sich an einer besseren Lage, entlang der Hauptverkehrsachse des Grossen St. Bernhards. Ausserdem wird der Bau dieser Produktionsstätte von den Aussichten einer relativ stabilen Milchproduktion mit Potential zum Produktionsanstieg in den nächsten fünfzehn Jahren gerechtfertigt. Neben den Produktions- und Reifeanlagen plant die neue Gesellschaft eine Anlage zur Behandlung von Molke durch Umkehrosmose und eine Fläche für den Verkauf von Käsespezialitäten. Im Reifekeller kommen auch Roboter zum Einsatz.

Die zwei Molkereigesellschaften Orsières und Somlaproz haben 2017 fusioniert und bilden seither gemeinsam eine einzige Molkereigenossenschaft mit 20 Mitgliedern. Ihre Produktion entspricht fast 1,4 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr. Die Reifekapazität der neuen Einheit ist auf 13’000 Stück geplant. Produziert werden unter anderem Raclette, Tommes und Fondue-Mischungen.

Gemäss Le Nouvelliste kostet die Käserei rund 6,4 Millionen Franken. Die Hälfte der Kosten übernimmt die öffentliche Hand (Bund, Kanton und Gemeinde), die übrigen Mittel bringt die Käsereigenossenschaft auf. Sie nimmt dazu Darlehen und Kredite auf. "Die neue Käserei soll ein Ort des Lebens werden", sagte Darbelley. Lange seien nur Autos vorbeigefahren, nun könnten die Autofahrer künftig auch Käse kaufen. In einem Besucherraum können die Kunden die Käse verkosten. 

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