26.06.2013 09:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Neuenburg
Neuenburger Erdgas-Projekt birgt gemäss Experten keine Gefahren
Eine Erdgas-Probebohrung im neuenburgischen Val-de-Travers stellt laut Bohrfirma «keine wesentliche Gefahr für das Grundwasser dar». Die vorgeschlagene Bohrmethode entspreche dem kleinstmöglichen Gefahrenniveau.

Die britische Celtique Energie reagiert mit einem Expertenbericht auf Kritik aus den nahen Städten Neuenburg und La Chaux-de-Fonds. Die beiden Städte hatten Anfang Juni ihre Opposition angemeldet. Sie betrachten die geplanten Bohrungen als Gefahr für das Trinkwasser. 

Unerwünschte Kritik

Diese Ängste will die Firma mit dem nun vorgelegten Bericht entkräften. Er sei, so die Firma, von unabhängigen Experten erstellt worden. Die Untersuchung habe gezeigt, dass es selbst bei einem Worst-Case-Szenario, etwa beim Auslaufen von Schadstoffen an der Oberfläche, nicht zu einer Verunreinigung von Quellen oder Grundwasserzufuhren kommen werde. 

Auf die Kritik aus Neuenburg und La Chaux-de-Fonds angesprochen, reagierte der Schweizer Firmenvertreter und ehemalige Botschafter Thomas Borer am Dienstag ungehalten. «Das ist keine vernünftige Einstellung im 21. Jahrhundert», sagte er vor den Medien. Er hätte sich eine «gewisse Offenheit für das Projekt» erwünscht. 

Celtique Energie will im Val-de-Travers Gas aus der Tiefe von 2300 Metern fördern. Die Firma will vorerst 15 Millionen Franken investieren. Sofern die Probebohrungen positive Resultate bringen, sollen rund 100 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von 500 Millionen Franken in Gemeinde und Kanton entstehen. 

Kein Fracking geplant 

Die Firma wird nun die Auswertung von Gemeinde und Kanton abwarten, eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen und ein Baugesuch für die Probebohrung einreichen. Verläuft alles nach Plan, könnten die Arbeiten im Frühling 2014 beginnen. 

Gerüchte, wonach Celtique Energie im Val-de-Travers offenbar das Potenzial von Schiefergasförderung prüfe, dementierte das Unternehmen am Dienstag. Sie sei nicht auf der Suche nach Schiefergas und beabsichtige «in keinem Fall, die Fracking-Methode anzuwenden». Diese Technik, bei der Gas aus Schiefergestein tief unter der Erde gelöst wird, ist aus Umweltgründen sehr umstritten. 

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