25.11.2018 07:17
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Neuer Name für pflanzliche Fleischprodukte
In Australien sollen pflanzliche Ersatzprodukte wie Sojamilch oder vegane Schnitzel nicht mehr als Milch- oder Fleischprodukte gekennzeichnet werden dürfen.

Das sieht zumindest eine Gesetzesinitiative der regierenden Nationalpartei vor, zu deren stärksten Befürwortern die Ministerin für regionale Angelegenheiten, Bridget McKenzie, gehört. „Produkte, die als Fleisch und Milch gekennzeichnet sind, sollten nur von Tieren stammen, und Honig muss ein reines Produkt sein, das von Bienen erzeugt wird“, forderte die Ministerin.

Eine Irreführung und Täuschung von Verbrauchern durch solche „Fake Produkte“ müsse verhindert werden. Mit ihrer Kampagne will McKenzie erreichen, dass die auch für Neuseeland zuständige Behörde für Lebensmittelstandards und -sicherheit (FSANZ) ihre Definitionen für Fleisch- und Milchprodukte überarbeitet, um pflanzliche Produkte von dieser Bezeichnung auszuschliessen. Diese weist auf ihrer Internetseite bereits darauf hin, dass alternative Milchgetränke auf Basis von Getreide, Nüssen oder Saaten nicht denselben Nährwert wie Kuh- oder Ziegenmilch hätten, da ihr Proteingehalt sowie die Bandbreite von Vitaminen oder Mineralstoffen geringer sein könne.

Nicht auf Kreuzzug

McKenzie betonte, dass sie nicht auf dem Kreuzzug gegen den Wachstumsmarkt für alternative Proteinquellen sei, doch würde im Marketing dieser Erzeugnisse versucht, von der Reputation der Originalprodukte zu profitieren und diese zu imitieren. Der Vertreter des Bundesstaates Queensland im australischen Senat, Barry O`Sullivan, geht noch einen Schritt weiter und forderte, dass es in den Supermärkten getrennte Bereiche für „echte Milch- und Fleischprodukte“ sowie deren Imitate aus anderen Rohstoffen geben müsse.

Jüngst hatte in Australien ein Fall hohe Wellen geschlagen, weil bei der Handelskette Woolworth pflanzliches Hackfleisch in der Fleischtheke angeboten wurde. Unterstützung erhält McKenzie von Landwirtschaftsminister David Littleproud, der betonte, dass die Produktkennzeichnung aller Lebensmittel klar darüber Auskunft geben müsse, was in der Verpackung sei, also zum Beispiel echtes Fleisch und kein Ersatzprodukt.

Die Präsidentin des nationalen Bauernverbandes, Fiona Simson, sprach sich ebenfalls für ein klares Labeling aus, damit die Verbraucher bestmöglich informiert seien. Die Befürworter einer abgrenzenden Kennzeichnung verweisen zudem auf ähnliche Bestrebungen in den USA und Frankreich. 

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