1.12.2018 07:14
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Verbände
Neuer Verband soll Stimme verleihen
Der neue Verband Primavera vereinigt 5 Firmen aus der ersten Verarbeitungsstufe der Lebensmittelindustrie. Dieser soll sich insbesondere für den Erhalt von optimalen Rahmenbedingungen für die produzierende Lebensmittelindustrie der ersten Verarbeitungsstufe und die daraus folgenden Produkte in der Schweiz einsetzen.

Mitglieder von Primavera sind die Florin AG (Speiseöl), die Frigemo AG (Kartoffel- und Gemüseprodukte), die Groupe Minoteries SA (Mehl), die Kadi AG (Kartoffeln) sowie die Schweizer Zucker AG. Der Name steht für die erste Stufe ("prima") der Verarbeitung ("vera") von Lebensmitteln und soll, als italienische Bezeichnung des Frühlings, zugleich für einen Neuanfang und den Aufbruch in eine neue Zeit stehen.

Ziele des Verbands sind die Erhaltung und Förderung eines produktiven und starken Agrar- und Lebensmittelsektors in der Schweiz und dabei insbesondere der Erhalt von optimalen Rahmenbedingungen für die produzierende Lebensmittelindustrie der ersten Verarbeitungsstufe und die daraus folgenden Produkte, wie es in einer Medienmitteilung heisst.  Primavera wolle den Vertretern der ersten Verarbeitungsstufe der Lebensmittelindustrie eine kraftvolle Stimme verleihen, damit Themen wie der Erhalt einer ausreichenden Urproduktion und ersten Verarbeitungsstufe in der Schweiz oder die Ernährungssicherheit in den laufenden Diskussionen um weitere Marktöffnungsschritte nicht vergessen gingen. 

Geschäftsführer von Primavera ist Urs Reinhard, der bis August als Co-Geschäftsführer der Föderation der schweizerischen Nahrungsmittelindustrie (Fial) tätig war. Die Verarbeiter der sogenannten ersten Stufe verarbeiten Milch zu Butter und Milchpulver, Kartoffeln zu Pommes frites oder Fertigrösti, Getreide zu Mehl, Rapssamen zu Rapsöl und Früchte zu Konfitüre. Die zweite Stufe stellt beispielsweise aus Mehl und Butter Biskuits her oder aus Kakao und Milchpulver Schokolade. Die erste Stufe verarbeitet vor allem Schweizer Rohstoffe. 

Die fünf Firmen waren zuvor Mitglieder der Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (Fial). Dort kam es zum Bruch wegen dem Grenzschutz. Urs Reinhard, einer von drei Co-Geschäftsführern der Fial, schrieb im Januar in der Zeitschrift «Alimenta», dass die am 1.November 2017 publizierte Gesamtschau des Bundesrates zur Agrarpolitik «keine Ausgangslage für einen konstruktiven Dialog sei, wie der Bundesrat sich ihn wünscht». 

Bei einer Öffnung der Schweizer Agrarmärkte dürfte die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz stark sinken. Dann können Getreidemühlen, Ölmühlen, Kartoffelverarbeiter und Tiefkühlgemüseproduzenten ihre Anlagen hierzulande nicht mehr auslasten. Der Standort Schweiz wäre zu teuer, um ausländische Rohstoffe zu verarbeiten. «Für viele Betriebe der Landwirtschaft und für solche der ersten Verarbeitungsstufe stellt sich so bloss noch die Frage, ob sie eher früher oder später von der Bildfläche verschwinden», schrieb Reinhard damals.  

Die von Reinhard geführten Verbände gaben im Juni 2018 ihren Austritt aus der Fial per Ende Jahr bekannt. Ihre Anliegen würden in der Fial zu wenig berücksichtigt und könnten ausserhalb des Verbandes besser kommuniziert werden, so die Begründung. Dies führte zum Eklat. Urs Reinhard wurde als Co-Geschäftsführer der Fial suspendiert.

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