29.03.2017 17:46
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Milchmarkt
«Nur A-Milch liefern können»
Die Milchbauern-Basisorganisation BIG-M fordert, dass Milchbauern auf B- und C-Milch verzichten können. Bauernverbandspräsident Markus Ritter hatte es im Mai 2016 gefordert.

Nun doppelt BIG-M nach: Die Milchbauern sollten die Wahl haben, nur noch A-Milch abzuliefern und auf die Billigmilch in den Segmenten B und C zu verzichten. Zwar würde der aktuelle Preis für A-Milch auch noch keine Champagnerlaune schaffen, «aber das tägliche Verlieren von barem Geld wäre gestoppt». Viele Milchviehbetriebe hätten gemäss BIG-M eine Chance, wenn sie ihre Produktion zurückfahren könnten und nur noch A-Milch zu einem besseren Preis liefern würden.

Marktanteile um jeden Preis zu halten, sei die Devise, die den Milchbauern vorgebetet werde. «Aber an dieser Devise verdienen nur die Milchkäufer, die Molkereien und der Detailhandel», kritisiert BIG-M. Die Basisorganisation verweist auch darauf, dass die Molkereien Emmi und Hochdorf in den vergangenen Tagen Rekordgewinne vermeldet haben – und kommentiert dies wie folgt: «Die weltweite Milchkrise kennt also nicht nur Verlierer, sie schafft auch Sieger. Während auf der einen Seite mit Champagner angestossen wird, werden in den bäuerlichen Fachzeitschriften den Bauernfamilien Nummern von Sorgentelefonen angeboten. Was sind das für unterschiedliche Welten, von Menschen, die angeblich in einem Boot sitzen?!» 

Die Milchpreiskrise betrifft die Milchbauern auf der ganzen Welt. Trotz leicht gestiegener Preise seien die Milchproduzenten in Europa immer noch weit von einer ökonomisch nachhaltigen Milchproduktion weg. "Wie ein Damoklesschwert hängen die übervollen Interventionsmilchpulverlager über dem Milchmarkt", warnt BIG-M.

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