16.08.2018 10:51
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Trockenheit
Nur Volg für Milchzuschlag
Die Milchbauern leiden unter der Trockenheit. Deshalb fordert der Schweizer Bauernverband einen Solidaritätsbeitrag für Milch. Der Detailhandel gibt sich aber zurückhaltend.

Die Trockenheit hat die Schweiz nach wie vor fest im Griff. Viele Schweizer Bauern leiden unter den Folgen der Dürre. Dem Vieh fehlt es an Futter, Kulturen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben haben Hitzestress. 

5 Rappen bis Ende April 2019

Der Schweizer Bauernverband (SBV) wendet sich nicht nur an den Bund, sondern auch an den Detailhandel und somit an die Konsumenten. Da die Kosten für das Futter steigen und die Milchmenge sinkt, fordert der SBV die Detailhändler auf, für die Industriemilch befristet bis am 30. April 2019 fünf Rappen Solidaritätsbeitrag zu bezahlen, der vollumfänglich den Milchproduzenten zugute kommt. Zudem sollen die Verarbeiter bestehende Abzüge unverzüglich einstellen.

Migros prüft Massnahmen

Der «Schweizer Bauer» hat bei den Detailhändlern nachgefragt. Dort stösst ein Solidaritätszuschlag auf wenig Zuspruch. Einzig die Fenaco-Tochter Volg steht voll hinter der Forderung. «Wir stehen dem Anliegen des Bauernverbands nach einem befristeten Solidaritätsbeitrag für die Milchbauern positiv gegenüber», sagt Volg-Sprecherin Tamara Scheibli. Am 22. August werde der Vorstand der  Branchenorganisation Milch (BOM) über den Vorschlag beraten. «Wir gehen davon aus, dass die BOM dieses berechtigte Anliegen positiv beantworten wird», ist sich Scheibli sicher.  

Verhalten positiv zeigt sich die Migros. Man habe grosses Verständnis für die angespannte Situation der Milchbauern. «Wir beobachten die Entwicklung aufmerksam und sind im Gespräch mit unseren Marktpartnern. Sollte sich die Marktsituation aufgrund der Trockenheit signifikant ändern, prüfen wir allfällige Massnahmen», verspricht Migros-Sprecherin Alexandra Kunz.

Coop wortkarg

Die Discounter Aldi und Lidl umschiffen das Thema Solidaritätszuschlag. Lidl pflege gute und langfristige Partnerschaften. Man stehe im Gespräch mit den Lieferanten. «Wir verfolgen  die jüngsten Entwicklungen rund um das Thema Solidaritätszuschlag», so eine Lidl-Sprecherin. Aldi verweist auf die BOM. Als Mitglied stehe man «grundsätzlich» hinter den Entscheidungen und setze diese konsequent um. Aldi habe eine faire Milch im Sortiment. Dort werde aktuell ein Auszahlungspreis von 73 Rappen garantiert, und dies ohne Abzüge.

Sehr wortkarg zum Solidaritätszuschlag gibt sich Coop. «An der Vorstandssitzung wird die BOM die Thematik voraussichtlich behandeln. Bis dahin wollen wir uns nicht weiter dazu äussern», sagt Coop-Sprecher Urs Meier zu «Schweizer Bauer». Kein Thema ist ein Milchzuschlag bei der Migros-Tochter Denner. «Dazu existieren im Moment keine Pläne. Wir beobachten die Entwicklung aber aufmerksam», so Denner-Sprecher Thomas Kaderli.
Der Bauernverband muss damit noch viel Überzeugungsarbeit leisten, um einem Solidaritätszuschlag auf die Sprünge zu helfen.

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