30.03.2018 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Verbände
Öffentlichkeitsarbeit wichtiger denn je
Die Delegierten des St. Galler Bauernverbandes (SGBV) haben sich an ihrer Delegiertenversammlung in Oberbüren mit den wichtigsten agrarpolitischen Herausforderungen befasst.

Peter Nüesch, Präsident des St. Galler Bauernverbands (SGBV), kritisierte in seinen Begrüssungsworten die laufenden Anschuldigungen gegen die Landwirtschaft. „Die Landwirtschaft für alles und jedes als Sündenbock darzustellen, sei nicht nur unfair, sondern schlichtweg falsch“, betonte der SGBV-Präsident. Gerade im Zusammenhang mit der Grenzöffnungsfrage sei die Landwirtschaft von verschiedenen Kreisen an den Pranger gestellt worden. Er forderte die Delegierten auf, verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Die Gesellschaft sei immer weiter weg von Landwirtschaft. Die Image- und Überzeugungsarbeit für die Produktion von Lebensmitteln sei wichtiger denn je.

Regierungsrat Bruno Damann hatte es an der letzten Delegiertenversammlung bereits angekündigt. Der Kanton und die St. Galler Landwirtschaft müssten sich strategische Überlegungen anstellen. „Ein entsprechendes Projekt wird nun lanciert“, sagte der Volkswirtschaftsminister gemäss Mitteilung. Der Kanton muss nun zusammen mit der Verwaltung und den landwirtschaftlichen Akteuren einen entsprechenden Strategiebericht erstellen. Darin sollen die notwendigen Massnahmen zur Weiterentwicklung der St. Galler Landwirtschaft erarbeitet werden. Ziel ist, dass der Produktionsstandort St. Gallen gestärkt wird und die Bäuerinnen und Bauern entsprechende Perspektiven erhalten.

Roger Stephan von der Universität Zürich referierte im Anschluss zum Thema Antibiotika in der Landwirtschaft. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen die Aspekte zum Anbiotikaeinsatz und zu antibiotikaresistenten Keimen. Stephan betonte, dass die Landwirtschaft sehr grosse Anstrengungen unternehme. Die ersten Erfolge seien sichtbar. Es sei jedoch wichtig, dass mit der neuen Datenbank zur Erfassung des Antibiotikaverbrauchs mehr Transparenz geschaffen werde. Es sei wichtig, wenn die Landwirtschaft aufzeigen könne, dass sie das Thema im Vergleich zur Humanmedizin konsequent angehe.

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