13.10.2016 13:32
Quelle: schweizerbauer.ch - sum/sda
St. Gallen
Olma: Maurer lobt Bauern
Die Olma ist eröffnet. Bundesrat Ueli Maurer betonte während seiner Eröffnungsrede, er habe sich wie immer schon vor 50 Jahre auf die Olma gefreut.

„Ich bin auf einem Bauernbetrieb aufgewachsen, und Kühe zu sehen, die abends im Stroh liegen, und ihnen in die Augen zu sehen, ist ein erhebendes Gefühl.“ Er sei aber auch gerne an die Olma gekommen, weil sie ein Treffpunkt zwischen Stadt und Land sei.

Grosse Fortschritte der Landwirtschaft

Maurer blickte in seiner Rede 200 Jahre zurück auf das Jahr 1816. Es war das Jahr ohne Sommer. Im Juli, so würden die Chroniken belegen, habe es an 28 Tagen von morgens bis abends geregnet, die Getreideernte habe nicht eingebracht werden können, die Kartoffeln seien verfault. Das habe zu einer schlimmen Hungersnot geführt. „Unterdessen hat die Landwirtschaft Produktivitätsfortschritte gemacht wie kaum eine andere Branche", lobt Maurer und verwies auf den Freilaufstall an der Olma, in dem die Kühe im Roboter gemolken werden. 

Dieser Freilaufstall könnte sich denn auch zu einem Publikumsmagneten entwicklen, denn schon am Donnerstag Mittag, nur wenige Stunden nach Messebeginn, war er sehr gut besucht. 

«Wenn ich Kühen in ihre schönen Augen schaue, ist das ein ganz erhebendes Gefühl», gestand der Bauernsohn aus dem Zürcher Oberland. Früher habe er einer Freundin ein Kompliment machen wollen, indem er sagte, sie habe Augen wie eine Kuh. «Aber ich habe rasch gemerkt, dass ich dies besser bleiben lasse», scherzte der Bundesrat.

Maurer mahnt


Die Olma könne Brücken bauen zwischen Stadt und Land. Weil die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung und die meisten Politiker in Agglomerationen lebten, steige das Risiko von gegenseitigen Missverständnissen. «Das macht mir als Politiker grosse Sorgen», sagte Maurer.

Die Messe für Landwirtschaft und Ernährung zeige, was hinter der Produktion von Lebensmitteln stecke, welche die Konsumenten meist gedankenlos aus den Regalen der Supermärkte nähmen. Das helfe in einer schnelllebigen Welt, sich zu erden und sich der eigenen Wurzeln bewusst zu werden. «Denn jeder von uns hat bäuerliche Vorfahren», sagte Maurer.

Maurer mahnte, dass in der Schweiz mit dem Thema Ernährungs- und Versorgungssicherheit etwas nachlässig und blauäugig umgegangen werde. Der Bundesrat erinnerte an Versorgungskrisen in der Vergangenheit.

400'000 Besucher erwartet


Die Olma ist mit rund 400'000 Besucherinnen und Besuchern die grösste Publikumsmesse der Schweiz und dauert elf Tage. Auf einer Fläche von 27'500 Quadratmetern präsentieren sich 620 Aussteller. Angekündigt sind über 20 Sonderschauen, Informationsstände und Präsentationen von Produkten.

Der Ehrengast Liechtenstein zeigt seine Facetten in einer Sonderschau auf einer Fläche von 600 Quadratmetern. Zum Auftritt des «Ländles» gehört der traditionelle Olma-Umzug mit rund 1000 Teilnehmenden vom Samstag. Die Olma dauert noch bis am 23. Oktober.

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