15.01.2015 14:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Konjunktur
Panik an Finanzmärkten
Der Schweizer Aktienmarkt steht unter dem Schock, den die SNB mit der überraschenden Aufhebung des Euro-Mindestkurses und der markanten Senkung der Leitzinsen ausgelöst hat. Der Schwergewichte-Index SMI tauchte zeitweise um bis zu 1300 Punkte oder 13,7 Prozent.

Einzelne Aktien verzeichneten vorübergehend einen Wertverlust von über 20 Prozent. Um 13 Uhr notierte der SMI noch um 10,7 Prozent im Minus auf 8210 Punkten. Der breite SPI gab um 10,5 Prozent nach. Ebenso heftig waren die Reaktionen an der Währungsfront. Der Euro stürzte zum Franken laut Händler vorübergehend erstmals unter die Parität und kostete im absoluten Tief noch rund 85 Rappen, der US-Dollar war für noch etwas mehr als 70 Rappen zu haben. Danach haben sich die Kurse wieder etwas erholt und der Euro hat sich vorerst bei rund 1,02 Fr. eingependelt, der US-Dollar bei rund 87 Rappen.

Zuletzt war der Euro im August 2011 kurz vor Einführung der Mindestgrenze von 1,20 Fr. bis fast auf den Gleichstand zur Schweizer Währung gesunken. Laut Händlern haben gewisse Devisenhäuser den Handel mit Devisen zumindest vorübergehend eingestellt. Die Volatilität an den Märkten blieb extrem hoch. In ersten Kommentaren zeigen sich die Devisen- und Aktienhändler durchs Band überrascht vom Schritt der SNB. Diese habe sämtliche Akteure auf dem falschen Fuss erwischt, hiess es.

Experten gehen davon aus, dass sich die Talfahrt des Euro in den nächsten Wochen noch einmal beschleunigen dürfte - vor allem, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet eine Ausweitung ihrer ultralockeren Geldpolitik beschliessen wird. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Euro-Notenbanker schon auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 22. Januar den Ankauf von Staatsanleihen ankündigen.

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