24.04.2017 13:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Milchmarkt
Ritter rät indirekt zum Ausstieg
Der Bauernverbandspräsident Markus Ritter geht auf die Milchindustrie los, nimmt aber auch die Bauern selbst in die Pflicht.

Markus Ritter hat sich in den Medien einmal mehr zum Milchmarkt geäussert. «Ritter attackiert Milchindustrie», titelt die Luzerner Zeitung. Ritter wird wie folgt zitiert: «Der Bauer hat keine Wertschöpfung mehr, während die Milchverarbeiter und Grossverteiler sehr viel Geld verdienen.» Dank ihrer Marktmacht könnten sie härter verhandeln.

Ausdrücklich weist Ritter auf den Aktienkurs von Emmi hin, der sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht habe. «Die Verarbeitungsindustrie zahlt Kadern mehr als doppelt so viel, wie ein Bundesrat verdient», kritisiert er. Das Problem sei, dass die Verarbeiter und Händler deutlich zu wenig zahlten und ihre Margen extrem hoch hielten. Die Arbeitsgruppe Milch, welche der SBV aktiviert habe, solle den Druck erhöhen, damit der Markt wieder spiele.

Ritter sieht laut «Luzerner Zeitung» aber auch die Bauern in der Verantwortung. Der ausgebildete Wirtschaftsingenieur rechne den Bauern vor, ab welchem Preis die Milchproduktion ökonomisch sinnvoll sei. In der Tat nennt Ritter in jedem Referat, dass im Talgebiet mit 67 Rp./kg  erst die Kosten gedeckt seien und noch kein Lohn für den Betriebsleiter bleibe. In der «Luzerner Zeitung» wird Ritter wie folgt zitiert: Wenn der Markt nicht gewillt sei, den Bauern existenzsichernde Preise zu zahlen, müssten die Betriebe andere Richtungen prüfen und aus der Milchproduktion aussteigen. 

 

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