12.11.2014 16:49
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Fleischmarkt
Rotes Fleisch macht angeblich krank
Rotes Fleisch sei ungesund. Das zumindest behauptet die Eidgenössische Ernährungskommission (EEK).

Rotes Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte wie Charcuterie hätten «gesundheitlich negative Langzeitwirkungen auf Sterblichkeit, kardiovaskuläre Erkrankungen, bestimmte Formen von Krebs wie Dickdarmkrebs und Diabetes Typ 2», schreibt die EEK in ihrem neusten Bericht. Die Kommission verlangt, dass das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Empfehlungen zum Verzehr von unverarbeitetem rotem Fleisch verändert und eine Beschränkung fordert.

Charcuterie am Pranger

Noch weiter geht die EEK bei Fleischprodukten wie Charcuterie. «Der Verzehr von verarbeitetem rotem Fleisch sollte noch einschränkender empfohlen werden», heisst es im Bericht. Denn bei der Beurteilung der gesundheitlichen Langzeitwirkung von Fleischkonsum sei es wichtig, zwischen unverarbeitetem frischem Fleisch und verarbeitetem Fleisch zu unterscheiden.

«Die erwähnten ungünstigen gesundheitlichen Wirkungen wurden meist in stärkerem Ausmass beim Konsum von verarbeitetem Fleisch und weniger ausgeprägt oder nicht signifikant beim Konsum von unverarbeitetem rotem Fleisch beobachtet», schreibt die EEK. Es sei nicht bekannt, ob die verschiedenen Arten von Fleischprodukten oder Zubereitungsformen den gleichen gesundheitlichen Effekt haben.

Professor wehrt sich

Kein Verständnis für die Empfehlung der EEK hat Beda Stadler, emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern. Stadler kämpft seit Jahren gegen den Gesundheitswahn. Er rege sich auf, sagte er in einem Interview mit dem «Blick».

Er könne nicht glauben, dass man ein 29 Prozent höheres Sterberisiko habe, wenn man viel rotes Fleisch esse. «Dann wäre rotes Fleisch fast so schlimm wie das Rauchen», betont er. Das Problem seien andere Faktoren, die eine Rolle spielen: «So pflegen zum Beispiel Menschen, die viel Würste essen, grundsätzlich einen anderen Lebensstil. Sie sind Geniesser, trinken mehr Alkohol und rauchen eher.»

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