24.03.2017 08:42
Quelle: schweizerbauer.ch - Christian Zufferey
Wallis
Ruinöser Milchpreis gefährdet Alpen
Wahlen, der Wolf und der tiefe Milchpreis waren Themen an der GV der Oberwalliser Landwirtschaftskammer.

Auch bei der Oberwalliser Landwirtschaftskammer (OLK) kam es am vergangenen Sonntag, als die Walliser Bevölkerung erstmals seit 1925 einen amtierenden Staatsrat (Red. Oskar Freysinger) abgewählt und neue Köpfe in die Kantonsregierung gewählt hat, zu einem Wechsel. Präsident Gabriel Ammann, der acht Jahren im Vorstand, davon sechs Jahre als Präsident amtiert hat, und nach 13 Amtsjahren auch Thomas Elmiger, der Pächter des Pfynguts, sind aber freiwillig zurückgetreten. 

Alpwirtschaft im Fokus

Beide neu gewählten Präsidiums-Mitglieder wurden in Birgisch gefunden, nämlich Beat Imhof, der gegenwärtig auch als Präsident des Walliser Braunviehzuchtverbands amtiert, sowie Raban Pfammatter. Imhof wurde gleich zum neuen Präsidenten gewählt. Vizepräsidentin Monica Duran, sowie die Präsidiums-Mitglieder Christian Kummer, Lothar Stoffel, Herbert Volken und Adrian Zuber stellten sich für weitere vier Jahre zur Verfügung. Zuber ist schon im vergangenen Jahr zum Präsidenten einer neu gegründeten Alpkommission ernannt worden.

Der Wert des Berggebiets, einschliesslich der Alpwirtschaft, war denn auch ein Schwerpunkt der diesjährigen Generalversammlung, die in Turtmann stattgefunden hat, weshalb auch Erich von Siebenthal als Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands (SAV) als Tagesreferent eingeladen wurde sowie Thomas Egger von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB), der an jenem Tag wohl nach der Wahl von Roberto Schmidt in die Walliser Regierung in den Nationalrat nachgerückt ist.

Nicht nur Wolf ist schuld

Beide stiessen ins selbe Horn, als sie davon sprachen, dass ein Oberwallis ohne Alpwirtschaft weder vorstellbar noch akzeptabel sei. Für von Siebenthal ist dabei nicht nur der Wolf dafür verantwortlich, dass Alpen aufgegeben wurden. Auch der ruinöse Milchpreis gefährde ganze Sömmerungsgebiete. «Wenn man im Winter keine bessere Wertschöpfung für die Milch hinbekommt, ist auch die Milchverwertung in den Alpen gefährdet, weil man während drei Sommermonaten keinen Jahresverdienst erwirtschaften kann.» 

Für Thomas Egger geht aber auch die Agrarpolitik in eine falsche Richtung. «Gegenwärtig stellen wir eine Ver-Akademisierung der Landwirtschaft fest. Wir wollen aber, dass man auch in Zukunft noch ohne Doktor-Titel Landwirt werden kann», sagte er. Im Sinn hatte er die erneut zur Diskussion gebrachte Forderung, wonach künftig nur noch Direktzahlungen erhalten soll, wer eine dreijährige Ausbildung mit Fähigkeitszeugnis vorweisen kann.

Für das Oberwallis mit den zahlreichen Nebenerwerbs-Bauern, die besonders häufig wenig rentable Hanglagen bewirtschaften, wäre dies jedoch fatal. Für den abtretenden Präsidenten Ammann käme das sogar einem Super-Gau gleich, «der unsere Betriebe reihenweise sterben liesse.» Zusammen mit dem Kanton müssen sich die landwirtschaftlichen Organisationen daher auf einen harten Kampf vorbereiten.


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