1.07.2016 09:04
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann, Samuel Krähenbühl
Milchmarkt
SBV fordert faire Verträge
Diese Woche diskutiert die Milchbranche über faire Verträge. Der SBV unter Markus Ritter hat klare Forderungen. Was denken Sie über den Vorschlag des Bauernverbandes? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Die Milchkaufverträge sollen «besser» werden. Besser heisst: Das unternehmerische Risiko soll in Zukunft nicht nur beim Milchproduzenten liegen, sondern fairer zwischen Lieferant und Abnehmer verteilt werden. Das will kein Geringerer als Bundespräsident Johann Schneider-Ammann. Am 14. Juni forderte er die Branchenvertreter auf, sich auf entsprechende Ziele zu einigen. Um diese wird nun heftig gerungen.

SBV: Preise im Voraus festlegen

Der Schweizer Bauernverband (SBV) fordert, dass auf Basis von Artikel 37 des Landwirtschaftsgesetzes per 1. Januar 2017 klare Vorgaben gemacht werden. Er ist überzeugt, dass mit klaren Vertragsbestimmungen hohe Milchüberschüsse und Butterlager und damit permanenter Preisdruck verhindert werden können.

SBV-Departementsleiter Martin Rufer wird konkret. Laut ihm sollen die Liefermengen jährlich im Voraus festgelegt werden, und zwar so, dass keine Überschüsse (Butterlager) entstehen. Die Lieferung von C-Milch müsse in jedem Fall freiwillig sein. Die Preise müssten sich am Richtpreis orientieren. Und wichtig auch: «Die Preise für die Milchproduzenten müssen rechtzeitig im Voraus für jeweils drei Monate festgelegt werden», so Rufer. Damit die Forderungen beim Bund eine Chance haben, muss die Branche diese mittragen.

SMP: Verträge müssen akzeptiert werden

Kurt Nüesch, Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP), erklärt auf Anfrage: «Wenn es Möglichkeiten zur Verbesserung  für die Milchproduzenten gibt, unterstützen wir diese vollumfänglich. Die Regelungen müssen aber praktikabel sein und bringen den Produzenten nur dann einen Nutzen, wenn sie in der Branche auch akzeptiert werden.»

Für die SMP sei es ein zentrales Ziel, dass 2017 keine übergrossen Butterlager mehr entstünden, so Nüesch. Ebenso müssten A- und B-Mengen sowie die entsprechenden Preise im Voraus bekannt sein. Die SMP werden das Thema an einer ausserordentlichen Vorstandssitzung am Freitag behandeln.

Milchhandelsorganisationen wollen nichts ändern

Bereits am Donnerstag traf sich der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) zu einer ausserordentlichen Sitzung. Angesprochen auf die SBV-Forderungen, signalisiert BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler Anfang Woche: «Der Vorstand wird konkrete Vorschläge diskutieren, die in diese Richtung gehen.»

Dem Vernehmen nach sind es nicht nur die Detailhändler und die Molkereien, die nichts ändern wollen, sondern auch die vielfach bäuerlich geprägten Milchhandelsorganisationen. In der Tat: Die neu gegründete Mooh erklärt auf Anfrage, sie sehe kein Bedürfnis nach neuen Vorgaben. Für die ZMP stehen Massnahmen für einen besseren Absatz im Vordergrund. Die Aaremilch wollte sich nicht äussern, weil ihr die genauen Anträge des SBV bisher nicht vorliegen.

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