16.04.2018 16:15
Quelle: schweizerbauer.ch - khe
Tradition
"Schaffe met Ross" im Rebberg
Winzer Cédric Besson wagt einen Versuch. Mit 2 statt 90 PS bearbeitet er seine Rebhänge in Uhwiesen ZH und zeigt sich zufrieden.

Beim Testlauf, mit Pferden wie zu Grossvaters Zeiten im Rebberg umzupflügen, kamen nicht nur die Rösser ins Schwitzen. Auch Besson war froh um eine gelegentliche Verschnaufpause, stellt die Zeitung "Schaffhauser Nachrichten" bei ihrem Besuch beim Weinbauern fest.

Ihn habe diese Arbeit schon lange fasziniert, so Besson. Nun habe er bei Pferdehalter Marcel Jaeggi zwei erfahrene Arbeitsstuten gefunden. Die Tiere seien sich gewohnt, in schmutzig und schlammig gewordenen Waldpassagen Einsätze zu leisten und das schwer erreichbare Schadholz zu entfernen, gibt Jaeggi gegenüber "Schaffhauser Nachrichten" zu verlauten.

Zwar sei der verwendete Pflug etwas schmal und der Boden aufgrund der momentanen Trockenheit eher schwierig zu bearbeiten. Daher würden sie nun einen eigenen, breiteren Pflug mit Rädern entwickeln, um die Arbeit zu vereinfachen, erklärt Besson weiter.

Gründe Pferde in der Bodenbearbeitung einzusetzen, sieht der Winzer genügend. Gemeinsam mit seiner Frau Nadine führt er als Einziger in der Umgebung einen Weinbaubetrieb nach Demeter-Standard. Und er ist überzeugt, dass Rebhänge mit Pferd und Pflug bodenschonender bearbeitet werden als maschinell. Die Bodenverdichtung sei dank der Pferde geringer. Zudem mache man etwas für die Umwelt und den Plausch, sagt Besson schmunzelnd.

Sein Ziel ist es, einen Drittel der Rebfläche – also zwei Hektaren – mit dem Pferd zu bearbeiten.

 

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