19.02.2015 10:51
Quelle: schweizerbauer.ch - gro
Fleischmarkt
Schlupfloch beim Import endlich stopfen
Die Würzfleisch-Importe zum Billigzoll sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Damit soll bald Schluss sein.

Die Importe von Schweine-Würzfleisch haben in den letzten zehn Jahren um das Sechsfache zugenommen. Rinder-Würzfleisch wurde letztes Jahr 16-mal so viel importiert wie noch 2004. Der Schweizer Bauernverband (SBV) vermutet, dass von den rund 1930 t Rinder-Würzfleisch, die 2013 eingeführt wurden, rund 450 t Kalbfleisch sind. Das wäre mehr, als von der Proviande offiziell zum Import freigegeben wird.

Es wird also immer beliebter, Fleisch zum Billigzoll einzuführen. Denn Würzfleisch, also Fleisch, das mit Gewürzen bestreut ist, fällt unter das Kapitel 16 des Zolltarifs. Dieses Fleisch kann unbegrenzt zu einem reduzierten Zollansatz von 6.38 Fr./100kg importiert werden. Ungewürztes Fleisch, das ausserhalb der Kontingente eingeführt wird, fällt unter die Tarifnummer 2 und wird mit dem viel höheren Zoll von 22 Fr./100kg oder mehr belastet.

Dieses Schlupfloch im Importsystem soll nun gestopft werden. Bereits 2010 wurde die parlamentarische Initiative 10.426 «Aufhebung der zolltariflichen Begünstigung der Importe von gewürztem Fleisch» von der Fraktion der SVP eingereicht. Seither ist die Initiative in den Wirtschaftskommissionen des National- und des Ständerates hin- und hergeschoben worden. Bis zum 12. März läuft nun die Vernehmlassung zum neuen Gesetzesentwurf. Demnach soll gewürztes Fleisch in das Kapitel 2 des Zolltarifs fallen.

Der SBV begrüsst diesen Ansatz in seiner Stellungnahme. Denn: «Die Importe von Würzfleisch sind derart stark angestiegen, dass sie die Schweizer Schlachtvieh- und Fleischmärkte negativ beeinflussen.»

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE