12.03.2013 18:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Milchmarkt
Schnappt sich die Cremo den Walliser Milchverband?
Dem Walliser Milchverband fehlt die kritische Grösse. Deshalb sucht dieser nach neuen Lösungen. Eine davon könnte eine Übernahme oder Fusion mit der Cremo sein.

Dem Walliser Milchverband gehören rund 1000 Milchbauern an, diese liefern rund 50 Millionen Kilo Milch. Dies entspricht einem Anteil von 1,5 Prozent der gesamtschweizerischen Milchmenge. Der grösste Milchverarbeiter der Alpenrepublik, Emmi, verarbeitet jährlich eine Milchmenge 1000 Millionen Kilo. Deren Gewinn ist gleich hoch wie der Gesamtumsatz des Walliser Milchverbandes – 83 Millionen Franken.

2012 schoss der Kanton 900'000 Franken ein

Wie der „Walliser Bote“ in seiner Dienstagsausgabe schreibt,  fehlt dem Verband die kritische Grösse. Ein Expansionsversuch in den 90er-Jahren brachte den Verband an den Rand des Ruins. Zudem würden die nachgelagerten Verwertungs- und Vermarktungsorganisationen schwere Zeiten durchmachen. 2012 schoss die Walliser Regierung bei den Milchproduzenten 900'000 Franken ein. So konnte der Milchpreis um 15 Rappen gestützt werden.

Wie es im Zeitungsartikel weiter heisst, besitze der Walliser Milchverband eine „ganze Reihe von sehr interessanten Produkten“. So ist es gelungen, den Absatz des Walliser Raclette AOC markant zu steigern. Doch der Verband ist zu klein, um zu „überleben“. Deshalb ist nun eine Arbeitsgruppe daran, eine Strategie zu erarbeiten. Zudem wurden auch bereits erste Verhandlungen geführt. Doch die Involvierten geben sich wortkarg.

Klarheit am 19. April

Hinter den Kulissen wird aber bereits eifrig spekuliert. So gilt der Walliser Milchverband mit seinen 190 Angestellten eher als Übernahme- statt als Kooperationspartner. Heissester Anwärter für eine Übernahme ist die Cremo, schreibt der „Walliser Bote“. Für die Freiburger spricht die geografische Lage wie auch die Grösse des Unternehmens. Cremo verarbeitet mit 650 Mitarbeitern eine jährliche Milchmenge von 440 Millionen Kilo aus den Kantonen Bern, Freiburg und Waadt.

Aber ausgerechnet die Freiburger gehörten vor einigen Jahren zu den grössten Gegnern der AOC-Bezeichnung für den Walliser Raclettekäse. Die Gerüchteküche dürfte aber erst am 19. April ihr Ende finden. An der Generalversammlung will die Arbeitsgruppe über die Strategie und Partner oder Käufer informieren.

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