17.09.2016 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Organisationen
Schoggitaler: 35 Prozent an Pro Natura
35 Prozent des Schoggitaler-Erlöses gehen an Pro Natura. Das Giftplakat sei damit allerdings nicht finanziert worden, sagt Pro Natura.

Seit 14 Tagen sind wieder landesweit Schüler im Rahmen ihres Unterrichts unterwegs und klingeln an Haustüren, um Schoggitaler zu verkaufen. Das Talerthema 2016 sind Gärten und Parks.

35% an Pro Natura

Aber nur 30% des Erlöses kommen Aktionen zu Gärten und Parks zugute. Damit sollen wertvolle Grünräume erhalten bleiben und neue entstehen. Dass die restlichen 70% des Nettoertrags von rund einer Million Franken an die beiden Trägerorganisationen Schweizer Heimatschutz und Pro Natura gehen, ist auf der Homepage www.schoggitaler.ch ersichtlich, aber ziemlich verborgen.

Sava Buncic, Kommunikationsleiterin von Pro Natura, erklärt auf Anfrage, die 70% des Nettoertrags verteilten sich halb-halb auf Schweizer Heimatschutz und Pro Natura und würden für verschiedene Heimat- und Naturschutzprojekte eingesetzt. Bei beiden Organisationen werde dieses Geld als freie Spende verwendet. Bei Pro Natura werde es zum Beispiel für die Pflege ihrer rund 600 Naturschutzgebiete eingesetzt, für Artenschutzprojekte oder andere Pro-Natura-Projekte. Sie betont, dass die rund 300'000 Fr. aus der Schoggitaler-Aktion einen sehr kleinen Teil der gesamten Spenden bildeten, die Pro Natura jährlich von ihren Mitgliedern und Gönnern erhalte (total rund 20 Mio. Fr.).

Angriff auf Bauern

Im Mai diesen Jahres sorgte Pro Natura mit einer Plakatkampagne für Aufsehen, die den heutigen Pflanzenschutzmitteleinsatz in der Schweizer Landwirtschaft kritisierte. In fast jedem Schweizer Bahnhof lasen Pendler den Satz: «Viele Gewässer sind mit Giften aus der Landwirtschaft belastet.» Es war heuer der direkteste Angriff auf das Image der Schweizer Bauern, der in der Öffentlichkeit gefahren wurde.

Der «Schweizer Bauer» hat bei Pro Natura nachgefragt, ob auch diese Plakatkampagne vom Schoggitaler-Geld profitiert habe. «Nein, weder direkt noch indirekt», erklärt Buncic. Denn die Plakataktionen von Pro Natura würden immer aus zweckgebundenen Mitteln finanziert, die für das jeweilige Thema zur Verfügung stünden. Die genannte Plakataktion habe knapp 200000 Fr. gekostet.

Derzeit bekämpft Pro Natura an vorderster Front die Initiative für Ernährungssicherheit, die der Bauernverband lanciert hat. Der Weg der AP 14–17 müsse weitergeführt werden. Pro Natura hat damals massgeblich auf die Abschaffung der Tierbeiträge hingewirkt. Die Organisation arbeitet eng mit zahlreichen Bauern zusammen, so etwa bei den Hochstammbäumen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE