22.12.2015 11:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Handel
Schrumpfende Exporte, mehr Importe
Nur ein zusätzlicher Arbeitstag hat den Schweizer Aussenhandel im November ins Plus gehoben. Ohne diesen sanken die Exporte um 3 Prozent. Besonders die Ausfuhren der Uhren- und MEM-Industrie schrumpften. Die Importe legten um 1,4 Prozent zu.

Den zusätzlichen Arbeitstag im November gegenüber dem Vorjahr eingerechnet, wuchsen sowohl die Exporte als auch die Importe, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte. Die Exporte legten insgesamt um 1 Prozent auf 18,3 Milliarden Franken zu. Die Importe wuchsen gar um 5,6 Prozent auf 15,1 Milliarden Franken.

Exportlokomotive pharmazeutische und chemische Industrie

Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 3,1 Milliarden Franken. Das sind 607 Millionen Franken weniger als im November 2014. Im bisherigen Jahresverlauf summiert sich der Handelsbilanzüberschuss bereits auf 34,2 Milliarden Franken. Bei den Exporten mussten die einheimischen Produzenten einen Preisrückgang von 3,4 Prozent hinnehmen. Arbeitstagsbereinigt resultierte nominal ein Rückgang um 3 Prozent, um Preiseffekte bereinigt ein Zuwachs von 0,5 Prozent.

Exportlokomotive blieb mit dem dritten Zuwachs in Folge die pharmazeutische und chemische Industrie. Die wichtigste Exportbranche der Schweiz steigerte die Ausfuhren nominal und mit dem Zusatz-Arbeitstag um knapp 7 Prozent. Die Nahrungsmittelindustrie kam auf einen Zuwachs von 5,7 Prozent. Über dem Vorjahresergebnis lagen auch die Exporte von Bijouterie- und Juwelierwaren.

Einbruch bei Textilmaschinen

Insgesamt wuchsen die Ausfuhren in etwa der Hälfte der Branchen, im Rest gingen sie zurück. Auf der Negativseite standen die Ausfuhrbranchen Nummer zwei und drei: die Metall, Maschinen- und Elektronikindustrie (MEM) und die Uhrenindustrie. Die MEM-Betriebe wiesen einen Absatzrückgang um 5,2 Prozent aus. Dabei brachen die Ausfuhren von Textilmaschinen um einen Viertel ein.

Die Uhrenindustrie verzeichnete eine Delle von 5,6 Prozent, um den zusätzlichen Arbeitstag bereinigt sogar um 9,5 Prozent. Das ist der fünfte Rückgang in Folge. Das deutliche Exportminus von 18 Prozent nach Hongkong erklärt sich namentlich mit den Uhren.

Trübes Bild

Der Aussenhandel zeigt im Jahresverlauf ein trübes Bild, kommentierte EZV-Ökonom Matthias Pfammatter die November-Zahlen. Die zweit- bis fünftwichtigsten Exportbranchen zeigten alle einen negativen Verlauf. Ein Teil davon sei auf die Frankenstärke zurückzuführen, die Firmen könnten weniger verrechnen als früher. Auch mengenmässig seien die Exporte in diesen Branchen rückläufig.

Das lasse sich aber teilweise durch gesunkene Rohstoffpreise und damit günstigerer Vorprodukte abfedern. So wuchs etwa die Ausfuhr von Präzisionsinstrumenten auch preisbereinigt. Die chemisch-pharmazeutische Branche erlöste ebenfalls höhere Preise.

Importe legen zu

Die Importe wurden gemäss EZV nach rückläufigen Vormonaten vor allem von den Arzneimitteln angetrieben. Innert Jahresfrist wuchsen die Einfuhren nominal um 5,6 Prozent und real um 8,3 Prozent. Die Preise der eingeführten Waren sanken um 2,5 Prozent. Wegen des starken Preisrückgangs lagen die Energieträger mit einem nominalen Minus von 27 Prozent weiterhin tief im roten Bereich.

Die Konsumgüter als umsatzstärkste Importgruppe legten mit 17 Prozent am kräftigsten zu. Die Einfuhr von Investitionsgütern stieg um 4 Prozent vor allem wegen Maschinen und Geräten für den Dienstleistungssektor und Flugzeugen. Um 5 Prozent rückläufig war die Einfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten.

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